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Redesign der IC-Flotte – den Mief der letzten 40 Jahre vertreiben

IC-Flotte der Bahn wird auf ICE-Niveau gebracht

Bildgalerie: Modernisierung der IC-FlotteNürnberg, 23.07.2012 (BA/kmn)
Es ist ein Mammut-Projekt, welches die Deutsche Bahn derzeit stemmt. Über 750 Intercity-Wagen werden momentan einem umfangreichen Redesign unterzogen. Dafür werden 250 Millionen Euro investiert. Ein einfaches Unterfangen ist es nicht, denn die zahlreichen Wagen teilen sich in 34 unterschiedliche Bauarten auf, jede davon hat individuelle Eigenschaften. An dem Projekt beteiligen sich die Instandhaltungswerke in Neumünster, Kassel und Nürnberg. Während sich Neumünster und Kassel auf eine Bauart spezialisieren können (Neumünster Bpmz – also 2. Klasse Großraum; Kassel ARkimz – also 1. Klasse mit Bistro), so trifft man im Werk Nürnberg 1. Klasse und 2. Klasse-Abteilwagen, aber auch Großraumwagen der Bauart Bpmz an.

Das Redesign soll das Reisen im Intercity wieder angenehmer machen. Die Innenausstattung wird an den aktuellen Standard, wie er bereits in den ICEs zu finden ist, angepasst. Zudem werden Anpassungen an den einzelnen Bauserien durchgeführt, um den Wagenpark ein wenig zu vereinheitlichen. Beispielsweise werden beim Umbau der Abteilwagen 1. Klasse der Bauart Avmz109 die derzeit vorhandenen Drehfalttüren durch Schwenkschiebetüren von IFE ersetzt. An den druckdichten Abteil- und Großraumwagen werden zudem die letzten druckdichten SIG-2-Überhänge durch normale Gummiwulstübergänge ersetzt. Doch viele Fahrgäste werden auch den bequemen, ausziehbaren Sitzen der 1. Klasse nachtrauern, denn die Abteile kann man nun nicht mehr in eine Liegewiese verwandeln.

Im Innenraum legt man lediglich Wert auf optische Modernisierungen. Alle Wagen erhalten neue Einzelsitze aus dem Hause Grammer, eine Bestuhlung, die man schon von der ICE-1-Modernisierung kennt. An der Abteilstruktur der Fahrzeuge hingegen wird nichts verändert. Befürchtungen, die 1. Klasse Abteile müssen einem Großraum weichen bestätigen sich nicht. Zudem bleiben alle Elemente wie Gepäckablagen, Abteiltüren etc. erhalten. Selbst die WCs erhalten lediglich eine farbliche Auffrischung. Trotz alledem werden bei den Modernisierungsmassnahmen alle Wagen erst einmal komplett entkernt, um den Mief der letzten 40 Jahre zu vertreiben.

Doch dann beginnen die Herausforderungen: Da die einzelnen Fahrzeug-Baureihen im Innenraum völlig unterschiedlich sind und eine Vereinheitlichung im Rahmen dieser Maßnahmen nicht möglich sind, wird jede Bauart individuell umgebaut. So unterscheiden sich beispielsweise die Wandverkleidungen der Avmz 107 und 109 dermassen, dass diese untereinander nicht ausgetauscht werden können. Für die Reisenden soll dass zukünftig keine Rolle mehr spielen, denn egal welche Bauart die Wagen haben, die 1. Klasse-Abteile weisen generell die gleichen Sitze und Tische auf. Auch in der 2. Klasse werden, unabhängig ob Bv(s)mz oder Bpmz, die gleichen Sitze verbaut. Individuelle Anpassungen erfährt lediglich das Familien- und das Dienstabteil im Service-Wagen der Bauart Bvsmz186.

Ein erster Meilenstein soll im Dezember zum Fahrplanwechsel erreicht sein, denn dann soll die komplette IC-Linie 30 auf modernisiertes Wagenmaterial der Bauarten Apmz, Avmz, ARkimz, Bvsmz, Bvmz und Bpmz umgestellt werden.

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