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Gleise auf modernster Bahnstrecke Mitteldeutschlands gelegt

Ministerpräsidenten und Bahnvorstand begleiten Messfahrt zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt durch den Finnetunnel

Leipzig/Herrengosserstedt, 25.11.2013 (BA/gm)
Der Schienenstrang der modernsten Bahnstrecke Mitteldeutschlands ist nun durchgängig, die Gleise zwischen Erfurt, Halle und Leipzig sind gelegt. Diese Bauetappe wurde zwischen Eßleben-Teutleben in Thüringen und Saubach in Sachsen-Anhalt mit prominenter Begleitung begangen. Dr. Volker Kefer, Vorstand der Deutschen Bahn AG für Infrastruktur und Dienstleistungen, hatte die Ministerpräsidenten von Thüringen, Christine Lieberknecht, und von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, sowie den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zu einer Fahrt mit einem Meßzug durch den 7 Kilometer langen Finnetunnel eingeladen, um sich vom Baufortschritt zu überzeugen. Dieser Vor-Ort-Termin symbolisiert die neue Bauetappe für die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle. Die Freigabe für den 123-Kilometer-Abschnitt ist für 2015 geplant, ein Zwischenschritt zur Inbetriebnahme des Gesamtprojektes Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle–Berlin (VDE8) im Jahr 2017.

Seit 2006 war die Trasse einschließlich der drei Tunnel mit 15,4 Kilometern Gesamtlänge und sechs Talbrücken mit 14,4 Kilometern Gesamtlänge von Erfurt bis zur Saalekreisgemeinde Gröbers auf 100 Kilometern Länge gebaut wurden. Bereits 2003 war von Gröbers bis Leipzig ein 23 Kilometer langer Abschnitt mit dem Flughafenbahnhof Leipzig/Halle in Betrieb gegangen.

Vor über einem Jahr hatten die Arbeiten zur Ausrüstung der neuen Bahntrasse mit Gleisen und Oberleitungen begonnen. Als Fahrbahn kommt ein festes System ohne den sonst üblichen Schotter zum Einsatz. Auf Tragschichten sind über 34.000 so genannten Gleistragplatten – das sind etwa sechs Tonnen schwere Stahlbetonelemente – verlegt. Die Vorfertigung hatte ein Thüringen Betonwerk übernommen. Zuvor wurden etwa 3.000 Masten der Oberleitungsanlage für den elektrischen Betrieb der Strecke gestellt. Diesem Zweck dient auch eine neue, über 85 Kilometer lange Bahnstromleitung, die vor wenigen Tagen in Betrieb gegangen ist.

Die Trasse erscheint schon jetzt durch Pflanzungen in die Landschaft eingebettet. Über 2.000 Hektar Fläche werden als Kompensation für den Baueingriff in die Natur ökologisch aufgewertet.

In den kommenden Monaten werden die Oberleitungen, die Leit- und Sicherungstechnik mit Elektronischer Stellwerkstechnik (ESTW) und Funkanlagen sowie alle Versorgungsleitungen installiert. Über weitere Mess- und Probefahrten führt der Weg zum regulären Verkehr auf der neuen Strecke.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäischen Union und der Bahn. Die Investition beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht nach Fertigstellung eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa vier Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr. Die neue Strecke macht zwischen Erfurt, Halle und Leipzig Reisezeiten wie im Nahverkehr möglich. Auch im Neubauabschnitt des Projektteils Nürnberg–Erfurt läuft bereits der Gleisbau durch den Thüringer Wald. In den kommenden Jahren werden nach dem Streckenbau vor allem die Verknüpfungspunkte in den Bahnknoten Leipzig, Halle und Erfurt für die neue Verbindung fit gemacht.

Informationen, Impressionen unter www.vde8.de, 64 Infohefte als Download u.a. zum Fahrbahnsystem oder auf YouTube-kanal vde8

DB-Informationszentrum in 06268 Kalzendorf/Steigra, Hausplanweg 5, geöffnet Mittwoch bis Sonntag 12-19 Uhr, u. a. mit fertiger Fahrbahn und Oberleitung.

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