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VDE 8 Nürnberg – Berlin geht in eine neue Runde

Softwarewechsel und 46-stündige Totalsperrung als Voraussetzung für Inbetriebnahme neuer Gleise in Erfurt • Inbetriebnahme neuer Brücken und Kreuzungen im Knoten Erfurt • Voraussetzung für die Aufnahme des Probebetriebs in 2014

Leipzig/Erfurt, 06.06.2014 (BA/gm)
Am Pfingstwochenende gehen die Bauarbeiten im Eisenbahnknoten Erfurt in die nächste Runde: Letztmalig zu Pfingsten nimmt die Deutsche Bahn AG bis zur Gesamtinbetriebnahme der Neubaustrecke Ende 2017 während einer 46-stündigen Totalsperrung des Erfurter Hauptbahnhofs in und um Erfurt zahlreiche neue Gleisanlagen in Betrieb.

Für die Inbetriebnahme ist – wie schon in den Vorjahren – ein umfassender Softwarewechsel erforderlich. Vom 7. Juni (4 Uhr) bis 9. Juni 2014 (2 Uhr) stehen deshalb im Raum Erfurt alle Signale auf Rot. Ein Zugverkehr ist nicht möglich und der Knoten Erfurt muss großräumig umfahren werden. 

Für den Nah- und Fernverkehr wird in dieser Zeit ein komplexes Ersatzverkehrskonzept greifen. Der Geschäftsbetrieb der Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Erfurter Hbf wird nicht beeinträchtigt sein – die Geschäfte öffnen wie gewohnt.

Innerhalb der aktuell fünften Baustufe wurden Arbeiten zur Erneuerung der Eisenbahnbrücke Azmannsdorfer Weg, einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Erfurt, weitergeführt. Momentan wird hier der südliche Teil der Eisenbahnbrücke mit den Gleisen der Neubaustrecke umgebaut. Später folgt dann der Teil der Stammstrecke Halle (Saale)‒Guntershausen bis Ende 2016. Die Durchfahrtsbreite wird fast verdoppelt. Mit Abschluss der aktuellen Baustufe wird der erste neue zweigleisige Walzträger in Beton (WIB) – Überbau der Brücke in Betrieb genommen.

Außerdem wurde das neue Kreuzungsbauwerk mit den dazugehörigen Stützwänden zur Überführung von vier Gleisen der künftigen Neubaustrecke über die Personenzugleise der Strecken nach Sangerhausen und Nordhausen fertig gestellt. Mit dem Neubau dieser Gleise und dem Einbau neuer Weichen erfolgt damit die Anbindung des Personenbahnhofs an die Neubaustrecke. Im Rahmen der Totalsperrung muss hierzu noch die Endmontage der Oberleitungsanlagen erfolgen.

Mit Beendigung der fünften Baustufe werden rund sieben Kilometer neues Gleis, 19 Weichen und die zugehörige Fahrleitung mit einer Gesamtlänge von zirka 15 Kilometer (auf 93 Oberleitungsmasten) in Betrieb genommen. Drei stählerne Signalausleger mit je zwei Signalen, elf weitere Einzelsignale und sieben sogenannte Zwergsignale sind bis zum 9. Juni 2014 in das Elektronische Stellwerk (ESTW) zu integrieren.

Mit dieser Inbetriebnahme sind dann die Voraussetzungen für die eisenbahntechnische Einbindung der Neubaustrecken Ebensfeld‒Erfurt‒Leipzig/Halle bei laufendem Betrieb geschaffen, um noch in diesem Jahr mit dem Probebetrieb aus Richtung Leipzig/Halle (Saale) bis in den östlichen Bahnhofsbereich zu beginnen.

Im künftigen ICE-Knoten Erfurt sind insgesamt 25 Kilometer Gleise, 75 Kilometer Oberleitung, 110 Weichen und 13 Brücken zu erneuern.

Seit mehreren Jahren wird der Bahnknoten in insgesamt neun Baustufen bei laufendem Betrieb bis 2017 umgebaut. Nach Pfingsten folgen bis 2017 noch weitere vier Bauetappen. Ziel ist ein Knotenpunkt für die neuen schnellen Verbindungen aus Richtung München und Frankfurt am Main in Richtung Leipzig, Halle, Dresden und Berlin. Als Abschluss jeder Stufe werden die neuen Anlagen durch eine Softwareanpassung an die vorhandene Sicherungstechnik angeschlossen. Züge können während dieser sensiblen und sicherheitsrelevanten Arbeiten generell nicht fahren.

Die Inbetriebnahme der Neubaustrecke in Richtung Leipzig/Halle ist für 2015 geplant, in Richtung Nürnberg für 2017. Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.vde8.de

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