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Historischer Bahnhof Ebensfeld künftig als Modell

Dokumentation im Verbindungsabschnitt von Neu- und Ausbaustecke im Projekt Nürnberg-Berlin (VDE8)

Erfurt/Ebensfeld, 17.07.2014 (BA/gm)
Eine denkmalpflegerische Dokumentation des historischen Bahnhofs Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels, wurde am gestrigen Mittwoch im Markt Ebensfeld vorgestellt und von Christoph Anhalt, dem für den Bauabschnitt verantwortlichen Projektingenieur der Deutschen Bahn an Bürgermeister Bernhard Storath übergeben. Dazu gehört auch ein Modell des Bahnhofsensembles im Maßstab H0. Der Bahnhof ist eines der wenigen Gebäude, welche der Neu- und Ausbautrasse Nürnberg-Berlin (VDE8) weichen muss. Er steht genau in dem Trassenbereich, in dem sich die zwei Gleise der Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt mit den beiden Gleisen der bestehenden Strecke zur künftig viergleisigen Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld vereinigen.

Die Anfänge des Bahnhofs gehen auf die Ludwig-Süd-Nord-Bahn von 1844-1853 zurück. Alle gemeinsamen Bemühungen der Kommune, der Denkmalfachbehörde und der Deutschen Bahn zu seiner Erhaltung hatten zu keinem langfristig tragbaren Ergebnis geführt. So wurde zwischenzeitlich z. B. ein Umsetzen des Gebäudes überlegt. Was bleibt, ist die von Martin Burgsmüller aus Seßlach erstellte umfangreiche schriftliche und fotografische Dokumentation. Sie enthält u. a. ein detailliertes Aufmaß samt einem so genannten Raumbuch. Neu und hier besonders gelungen sei in Bayern die Dokumentation als Modell, so informierte Dr. Ulrich Kahle vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Der in Neustadt bei Coburg hergestellte, sehr detaillierte Bausatz im Maßstab 1:87 besteht aus drei Gebäuden, welche den Zustand im Jahre 1916 darstellen. Ein Beiblatt informiert zur Geschichte. Er ist für jedermann käuflich zu erwerben.

Damit kommt der Vorhabenträger Deutsche Bahn seiner Dokumentationspflicht optimal und uneingeschränkt nach. Der qualifizierte Abbruch des Bahnhofs ist für Anfang 2016 vorgesehen.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 (www.vde8.de) umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäischen Union und der Deutschen Bahn. Die Investition beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa vier Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr. Mit der Fertigstellung der Neubaustrecken von Franken durch den Thüringer Wald nach Mitteldeutschland ist die Verbindung Ende 2017 betriebsbereit.

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