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„Trendbruch mit Ansage – Zuviel Rückenwind für den LKW“

Berlin, 20.02.2017 (BA/gm)
Weniger Güterverkehr auf der Schiene (minus 0,5 Prozent) bei gleichzeitig starkem Wachstum des Straßengüterverkehrs (plus 2,7 Prozent) im vergangenen Jahr ist für das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen die „Quittung für Wegschauen“ in der Politik. Zum ersten Mal seit der Krise 2008/2009 sei die Güterverkehrsleistung auf der Schiene rückläufig. Obwohl die Wettbewerbsbahnen ein Wachstum verzeichnen konnten, ist der Markt aufgrund des starken Rückgangs bei DB Cargo, insgesamt ins Kippen geraten. 

NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger: „Halb Deutschland fragt sich, warum die Autobahnen voll mit Lkw sind und immer voller werden. Die Antwort ist simpel: der Straßentransport ist konkurrenzlos preiswert und wird noch günstiger. Und das ist von der Bundesregierung so gewollt.“

Die Vertreter der Wettbewerbsbahnen beobachten immer häufiger, dass der Preis bei den Verladern zum ausschlaggebenden Faktor wird. Westenberger: „Unsere Unternehmen berichten davon, dass sie im vergangenen Jahr unrentabel gewordene Verkehre aufgeben mussten und dass neue Zugverbindungen, beispielsweise im kombinierten Verkehr, an 40, 50, 60 Euro Kostenunterschied pro Container oder Lkw-Trailer scheitern.“

Vor allem bei den Kosten für die Infrastrukturnutzung und beim Preisverhältnis von Bahnstrom und Lkw-Diesel habe Berlin für die Straße immer bessere und für die Schiene immer schlechtere Rahmenbedingungen gesetzt. Die Bahnen hätten seit Jahren auf die Brisanz der Entwicklung hingewiesen und deutlich gemacht, dass Effizienzsteigerungen in den Unternehmen dies nicht kompensieren könnten. Baubedingte Beschränkungen im Schienennetz und ein unterschiedliches Sicherheits- und Kontrollniveau zwischen Straße und Schiene täten Ihr Übriges.

Für die Wettbewerbsbahnen steht im Wahljahr die Frage im Fokus, ob mehr Verkehr auf der Schiene nur ein Lippenbekenntnis ist oder Realität werden soll. Westenberger: „Die Bahnen wollen wachsen. Die Deutschen wollen, dass die Bahnen wachsen. Dafür benötigen die Bahnen kurzfristig faire wirtschaftliche Bedingungen sowie mittelfristig mehr Kapazität im Schienennetz und eine technologische Modernisierung, die vom Staat gefördert und begleitet werden muss.“

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