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MVV-Tarif: Tarifsprung an Stadtgrenze vermindern statt ausdehnen

Öffentliches Geld für Ausbau verwenden

München, 12.08.2017 (BA/gm)
„Ein heutiges Hauptärgernis beim MVV-Tarif ist die Verdopplung des Fahrpreises an der Innenraumgrenze im Bartarif – und dieses Ärgernis soll künftig auch auf die Zeitkarten ausgedehnt werden“ kritisiert Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN einige Beiträge in der derzeitigen Diskussion. Weitaus wichtiger wäre es, etwas für das Zusammenwachsen des Tarifgebiets zu tun als die Hürden zu erhöhen. 

Der Großraum München zeichnet sich durch einen hohen und wachsenden Anteil von Pendlern über die Stadtgrenze aus. Die Auswirkungen einer durch eine „Flatrate“ in München verhärteten Tarifgrenze sind daher unübersehbar: Noch stärker als heute werden die Pendler verlockt, mit dem Auto nach München zu fahren – sei es direkt zum Arbeitsplatz und zu einer Park+Ride-Anlage im Stadtgebiet. Dies bedeutet eine noch stärkere Zubetonierung der Landschaft. Geschwächt wird damit der Öffentlichen Verkehr außerhalb Münchens. Und wer nur kurze Wege in München fährt, der muss künftig zwangsweise mehr zahlen als er braucht.

Sinnvoller wäre es, wenn Zeitkarten künftig automatisch an Wochenenden im gesamten MVV gelten würden, oder auch eine Mitnahmeregelung wie sie in anderen Verbünden beliebt ist. Dies ist angenehm für die Fahrgäste, führt aber nicht zu einer drastischen Preissteigerung oder einem ebensolchen Zuschußbedarf. Dies ist ein Anreiz, für Fahrgäste, auf eine Zeitkarte umzusteigen, und den Öffentlichen Verkehr auch außerhalb des Arbeitsweges zu nutzen, ohne dass drastische Nachteile für bestimmte Kundengruppen entstehen.

In den Raum geworfene Zahlen für Zeitkartenpreise führen nur zur Verwirrung. „Mittels abstrakt möglicher Zuschüsse kann man sich natürlich alles schön darstellen, aber: Wenn Geld da ist, brauchen wir das dringend für den überfälligen Ausbau der Öffentlichen Verkehrsmittel, für Busspuren, neue Tramstrecken, die U9, Sanierung der Bahnhöfe, Ausbau der S-Bahn-Strecken, ein dichtes Angebot im gesamten Verbundgebiet.“ So Andreas Barth weiter. Der Ausbau ist weitaus wichtiger als reine Symbolpolitik, die nur teuer ist und mittelfristig wenig bringt.

Die Gesellschafter des MVVs planen seit Jahren eine Tarifstrukturreform. Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit hat man sich hinter verschlossenen Türen geeinigt, dass ohne Not Bartarif und Zeitkartenzonen identisch werden müssen, obwohl verschiedenen Kundengruppen angesprochen werden, die verschiedene Bedürfnisse haben. Die beabsichtigte Vereinfachung ist daher nur scheinbar, während andererseits die Bereiche, in den es immer wieder Probleme gibt – beispielsweise bei Tarifübergang an der MVV-Außengrenze – bisher öffentlich nicht adressiert wurden. Die Historie und die Forderungen der Fahrgäste sind im Internet zu finden.

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