Archive
Mai 2018
M D M D F S S
« Apr    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Diesel-Skandal: Wiener Grüne wollen Öffi-Paket statt Fahrverbote

Wien, 02.03.2018 (BA/gm)
Die Wiener Grünen haben das Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts über die Zulässigkeit von Dieselfahverboten in Städten zum Anlass genommen, um ihre Vorschläge für eine bessere Luftqualität in Wien zu präsentieren. Auch Wien weise hohe Stickoxid-Werte (NOx) auf, hat Gemeinderat Rüdiger Maresch am gestrigen Donnerstag bei einer Pressekonferenz erinnert. Hauptverursacher seien Diesel-Fahrzeuge. Deshalb müsse der Autoverkehr zurückgedrängt werden und das Öffi-Angebot ausgebaut werden – etwa durch neue Verbindungen und dichteren Takten, welche die Öffis attraktiver für Pendler machten. 

Fahrverbote wie in deutschen Städten seien die „ultima ratio“, sollten Autohersteller nicht gezwungen werden können, NOx-Filter nachzurüsten, betonte Maresch: „Wenn Umweltzonen vermieden werden sollen, dann muss der Ausbau der Öffis vor allem in den Außenbezirken vorangetrieben werden. Außerdem braucht es in Wien flächendeckende Kurzparkzonen.“ Verkehrsstudien würden zudem zeigen, dass der Öffi-Ausbau eine Alternative zum Bau des Lobautunnels wäre, so Maresch.

Konkret fordern die Grünen zehn neue Tangentialverbindungen, vor allem in den Außenbezirken. Unter anderem soll eine neue S-Bahn-Linie „S10“ zwischen Hauptbahnhof, Simmering und Stadlau die Stammstrecke entlasten. Die Verlängerung der Bim-Linie 25 solle vorgezogen werden, und mit einer neuen Linie 27 solle es künftig mehr Bim-Verbindungen links der Donau geben. Eine Rückkehr der Linie 8 soll die U6 entlang des Gürtels entlasten. Um den öffentlichen Verkehr attraktiver für die rund 320.000 Auto-Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland zu machen, soll der S-Bahn-Takt ins Umland auf 15 Minuten verkürzt werden und das erfolgreiche 365-Euro-Öffi-Ticket auch auf Niederösterreich ausgeweitet werden.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.