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Wir brauchen mehr Engagement bei der Weiterentwicklung von Elektrobussen

Köln, 06.03.2018 (BA/gm)
Anlässlich der Präsentation des ersten Elektrobusses der Daimler Tochter Evobus am getrigen Montag fordert der VDV, Branchenverband des öffentlichen Verkehrs in Deutschland, weiteres Engagement aller Akteure bei der Entwicklung und Marktdurchdringung von Elektrobussen. „Gut, dass mit Evobus nun auch ein großer Bushersteller aus Deutschland endlich einen eigenen Elektrobus präsentiert, denn die Marktentwicklung darf nicht an den deutschen Herstellern vorbeigehen. Außerdem brauchen wir als Verkehrsunternehmen die Industrie und die Politik als Partner, um den Elektrobus im deutschen ÖPNV zu einem Standardprodukt weiterzuentwickeln. Dafür ist mehr Engagement bei allen Beteiligten nötig. Unsere Branche ist bereit, mit dem Einsatz von Elektrobussen ihren Beitrag für noch mehr umweltfreundlichen Verkehr zu leisten. Das geht aber nur, wenn wir technisch ausgereifte und wirtschaftliche Fahrzeuge einsetzen können“, so VDV-Geschäftsführer Martin Schmitz. 

Der deutsch-türkische Hersteller Sileo bietet bereits Elektrobusse aus Deutschland. Mit Evobus steigt ab heute ein großer deutscher Bushersteller mit in den Markt ein. Eine Entwicklung, die aus Sicht des VDV wichtig und überfällig ist, wenn man den Elektrobus im deutschen Nahverkehr perspektivisch zumindest in den Städten und Ballungsräumen umfangreich einsetzen möchte. „Von den heute ca. 36.000 Linienbussen im deutschen ÖPNV sind aktuell nur knapp 200 vollelektrisch unterwegs, also weit unter einem Prozent.. Diese Busse und vor allem die dafür notwendige Ladeinfrastruktur in den Betriebshöfen und Werkstätten sind nicht über Nacht zu bekommen. Dafür muss an der Infrastruktur gebaut und bei den Busherstellern produziert werden. Nur über die Standardisierung des Fahrzeugs und über die nötigen Mengen lassen sich Skaleneffekte beim Einkaufspreis erzielen. Denn noch kostet ein Elektrobus rund das Doppelte eines modernen, umweltfreundlichen EURO-VI-Dieselbusses. Da macht es wirtschaftlich trotz aller Förderung durch den Bund noch keinen Sinn, jetzt kurzfristig komplett auf Elektrobusse umzustellen. Zumal die nötigen Stückzahlen bei den Herstellern auch noch gar nicht bestellt werden können“, so Schmitz.

Die Branche zeigt den Weg bei der größten Elektrobusfachmesse Europas in Berlin
Wie die Zukunft im Elektrobusmarkt aussehen kann, dass zeigt die Branche ab dem heutigen Dienstag in Berlin: Im Rahmen der ElekBu 2018, Europas größter Elektrobusfachmesse mit Kongress, werden über 550 nationale und internationale Teilnehmer aus Verkehrsunternehmen, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erwartet. Bei der Fachmesse präsentieren sich rund 50 Unternehmen auf insgesamt rund 4.000 Quadratmetern. Neben 9 verschiedenen Elektrobussen werden zahlreiche Fahrzeugkomponenten und technische Lösungen ausgestellt.

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