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Luftreinhaltung: Umweltverbände fordern mehr Schienenverkehr im Raum Koblenz

BUND, ProBahn und VCD fordern die Stadt Koblenz auf, die stillgelegte Bahnstrecke Koblenz – Güter-verkehrszentrum zu sichern sowie einen Personen- und Güterverkehr einzurichten

Koblenz, 07.03.2018 (BA/gm)
Hauptverursacher der kritischen Stickstoffdioxidbelastung sind Dieselfahrzeuge. Hier stehen – zu Recht – die inzwischen stark verbreiteten Diesel-Pkw im Blickpunkt. Die Umweltverbände lenken den Blick auch auf den stark gestiegenen und weiter wachsenden Lkw-Verkehr. Täglich fahren mehrere Tausende Lastzüge durch und nach Koblenz. Die Stadt Koblenz muss dringend Maßnahmen ergreifen, um die Luft langfristig zu verbessern. „Der Kfz-Verkehr muss daher reduziert werden, wo immer es möglich ist“, fordert Egbert Bialk, BUND-Regionalbeauftragter Koblenz. Neben mehr Rad- und Busverkehr soll der Eisenbahn weitere Bedeutung zukommen. 

Die Verbände appellieren an die Stadt Koblenz und die kommunalpolitischen Mandatsträger/innen, eine möglichst flächenhafte Schienenanbindung sicherzustellen. „Es geht zuallererst darum, den Bestand zu erhalten, damit eine Wiederinbetriebnahme möglich bleibt“, erläutert Martin Mendel, stellvertretender Landesvorsitzender des Fahrgastverbands ProBahn. Hier hat aber die Stadtverwaltung genau das Gegenteil zum Ziel: Sie will die stillgelegte Strecke Koblenz – Metternich – Rübenach – Bassenheim rechtlich „freistellen“, d.h. entwidmen. „Damit entfällt aber die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme, selbst wenn die Stecke weiterhin komplett im Stadteigentum bleiben würde“, erklärt Mendel. Sobald die Strecke entwidmet ist, werden wahrscheinlich Teilabschnitte an Anlieger verkauft. „Auch wenn das wider Erwarten unterbleiben sollte: Nach der Entwidmung würde eine Reaktivierung sehr aufwändig und sehr viel teurer als bei einer Beibehaltung des aktuellen Rechtsstatus einer Bahnanlage“, mahnt Dr. Rolf Bartholmae vom Ökologischen Verkehrsclub VCD in Richtung Politik.

An dieser Strecke liegen große Gewerbebetriebe, z.B. Amazon, Lidl, Griesson, Ikea, Rheinzeitung- Druckhaus, die bisher ausschließlich per Lkw angefahren werden und zukünftig mit der Bahn beliefert werden könnten. Es gibt Zusagen von Bund und Land aus dem Jahr 1991, das „Güterverkehrszentrum“ an der A 61 mit der Bahn zu erschließen, also großzügig zu finanzieren. Die Finanzierung wurde der Stadt Koblenz als Entschädigung für die teilweise erfolgte Auslagerung von ICE-Linien auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt – Köln zugesagt. „Dass Geld weiterhin bereit liegt, hat Staatssekretär Andy Becht kürzlich dem VCD in Mainz noch bestätigt“, ergänzt Bartholmae.

Koblenz muss alles tun, diese Bahnanbindung sicherzustellen und möglichst auch für den Güterverkehr und den Personenverkehr zu reaktivieren. Egbert Bialk (BUND) weist darauf hin, dass die Rübenacher und Metternicher in einer knappen Viertelstunde mit der Bahn bis zum Haltepunkt Koblenz-Stadtmitte fahren könnten. „Die angestrebte Entwidmung geht völlig in die falsche Richtung und muss daher aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes unterbleiben“, so Bialk weiter. Der von vielen Anwohnern gewünschte Radweg soll natürlich dennoch kommen, jedoch nicht auf der Bahntrasse. Rolf Bartolomae vom VCD erläutert: „Beispielsweise als Verbindung über vorhandene Wirtschaftswege ist der Radweg deutlich günstiger und schneller umzusetzen, als auf der Bahntrasse. Ein Entwidmungsverfahren kann außerdem Jahrzehnte dauern, wie die Prümer leidlich erfahren müssen.“

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