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Pünktlichkeitswerte auf der Schiene sind in allen Bereichen unbefriedigend

S-Bahn kann das bislang hohe Niveau erstmals nicht halten • RE und RB mit schlechteren Werten als in den Vorjahren

Köln, 10.03.2018 (BA/gm)
Der zuletzt positive Trend bei der Pünktlichkeit im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Gebiet des Nahverkehr Rheinland (NVR) konnte im Jahr 2017 leider nicht bestätigt werden. Die Werte haben sich laut einer ersten Bilanz des NVR zur SPNV-Betriebsqualität 2017 vielmehr deutlich verschlechtert. Im Durchschnitt aller Fahrten kam eine Verspätung von 2 Minuten und 6 Sekunden zustande. Dies entspricht einem Anstieg um fast 15 Prozent im Vergleich zu 2016 (1 Minute und 50 Sekunden). Im Jahr davor (2015) betrug die durchschnittliche Verspätung 1 Minute und 59 Sekunden. 

Die Verschlechterung der Pünktlichkeitswerte liegt wie seit Jahren angemahnt an der mangelnden Kapazität in unserem Schienennetz. Daneben gab es eine Zunahme von störenden Einflüssen. Hervorzuheben sind das Sturmtief Thomas sowie die angestiegene Zahl von Baumaßnahmen wie beispielsweise die Vollsperrungen aufgrund der Baustelle in Wuppertal in den Oster- und Sommerferien. Hinzu kommen Trassenkonflikte mit verspäteten Fernverkehrs- und Güterzügen. Auf den S-Bahn-Verkehr hatte vor allem der Gleiswechselbetrieb in Worringen im März negative Auswirkungen. Bei einer Betrachtung der einzelnen Monate fällt auf, dass die Verspätungen nahezu in allen Monaten zugenommen haben. Der Verlauf der durchschnittlichen Verspätungen entspricht der im SPNV typischen Jahresganglinie mit einem Hoch im Spätherbst.

Zwingend notwendiger Ausbau der Infrastruktur
„Die deutliche Verschlechterung bei den Pünktlichkeitswerten werden wir intensiv mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und DB Netz besprechen“, sagt NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober. „Der zwingend notwendige Ausbau der Infrastruktur muss zwar weiter intensiv vorangetrieben werden, da in Zukunft nur so eine Steigerung der Pünktlichkeitswerte erreicht werden kann. Dies darf aber nicht zu derart heftigen Verschlechterungen wie im vergangenen Jahr führen.“

Gerade bei den langlaufenden RE-Linien gibt es große Probleme
Nach der Verbesserung der Regionalexpresslinien in 2016 wurden 2017 erheblich schlechtere Werte verzeichnet. Besonders betroffen sind die langlaufenden Linien RE 1 und RE 5. Bei der RE 6, die in 2017 einen deutlich längeren Laufweg von Köln/Bonn Flughafen bis Minden hatte, kam es beinahe zu einer Verdoppelung der Verspätungswerte von 2 Minuten und 2 Sekunden in 2016 auf 3 Minuten und 44 Sekunden in 2017. Eine leichte Verbesserung konnten die Linien RE 8, RE 12, RE 18 und RE 22 aufweisen.

Entwicklung der RB-Linien bleibt weiterhin uneinheitlich
Bei den Regionalbahnen konnten sich ebenfalls einige Linien verbessern. Dazu gehören die Linien RB 21, RB 24 und RB 25. Die Linien der RB 27, RB 34 und RB 38 konnten ihr Vorjahresniveau in etwa halten. Fünf Linien (RB 20, RB 26, RB 30, RB 33 und RB 48) zeigen hingegen zum Teil deutliche Verschlechterungen. Dies ist vor allem bei der Euregiobahn (RB 20) und der Mittelrheinbahn (RB 26) der Fall. Diese konnten in den Vorjahren trotz des stark ausgelasteten Schienenwegs oftmals respektable Ergebnisse erzielen. In 2017 kam es bei der RB 20 zu einer durchschnittlichen Verspätung von 1 Minute und 13 Sekunden (2016: 43 Sekunden). Bei der RB 26 stieg die Zeit von 2 Minuten und 8 Sekunden in 2016 auf 2 Minuten und 36 Sekunden in 2017 an.

Pünktlichkeitseinbußen auf allen S-Bahn-Linien
Die durchschnittliche Verspätung hat im letzten Jahr bei den S-Bahnen um etwa 28 Prozent zugenommen. Während die Züge hier im Jahr 2016 durchschnittlich 59 Sekunden Verspätung hatten, belief sie sich in 2017 auf 1 Minute und 16 Sekunden. Besonders betroffen waren die S 11 und die S 19. Die S 11 brauchte im Schnitt 26 Sekunden länger (Anstieg von 1 Minute und 2 Sekunden in 2016 auf 1 Minute und 28 Sekunden in 2017), die S 19 durchschnittlich 23 Sekunden (Anstieg von 1 Minute und 4 Sekunden in 2016 auf 1 Minute und 27 Sekunden).

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