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Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks in Weil am Rhein

Neues ESTW ersetzt seit Ostern 2018 bestehendes Stellwerk • Gesamtinvestitionsvolumen von rund 26,9 Millionen Euro

Freiburg, 04.04.2018 (BA/gm)
Im Rahmen des Projekts Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel ging das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) Weil am Rhein an Ostern in Betrieb. Es übernimmt fortan die Zugsteuerung im Abschnitt zwischen dem Katzenbergtunnel und Basel Badischer Bahnhof. Damit ersetzt das ESTW das bestehende Relaisstellwerk (RSTW) aus dem Jahr 1985, das nicht nach den aktuellen technischen Standards umgebaut werden kann. Die Investitionskosten für die Umstellung der Stellwerkstechnik betragen rund 11,9 Millionen Euro. 

Die Inbetriebnahme des ESTW erfolgte in einer nächtlichen Sperrpause von Samstag, 31. März, auf Ostersonntag, 1. April 2018. Bei der Deutschen Bahn ist dies eine Premiere: Die RSTW-Technik wurde nicht modernisiert, sondern vollständig auf ESTW-Technik umgerüstet. Lediglich die Außenanlagen, zu denen unter anderem die Signale und Weichen gehören, bleiben nahezu unverändert bestehen. Mit dieser Erneuerung wird die Funktionalität erhöht und gleichzeitig auf die neueste Technik umgestellt.

Das ESTW wird aus einer eigens dafür errichteten Zentrale in Basel gesteuert. Bisher erfolgte das Stellen der insgesamt 99 Weichen und 49 Signale durch Fahrdienstleiter im alten RSTW, das Tag und Nacht durchgängig besetzt sein musste.

Ab Mitte des Jahres 2018 übernimmt das neue Elektronische Stellwerk ebenfalls die Aufgaben von vier mechanischen Stellwerken des Rangierbahnhofs in Weil am Rhein. Dies beinhaltet die Steuerung von 65 Weichen und 81 Signalen. Hierfür wurden weitere 15 Millionen Euro investiert.

Anspruchsvolle Planungsphase
Die Planung und Vorbereitung der Umschaltarbeiten nahm fast ein ganzes Jahr in Anspruch. Die Umsetzung dauerte ein weiteres Jahr von März 2017 bis März 2018. Die Streckensperrungen für diese Arbeiten und für die Inbetriebnahme mussten bereits zwei Jahre im Voraus stundengenau beantragt werden, um Beeinträchtigungen des Zugverkehrs auf der Rheintalbahn zu vermeiden. Alle Arbeiten konnten termingerecht umgesetzt werden, Auswirkungen auf den Fahrplan gab es dabei keine.

Hintergrund Elektronisches Stellwerk (ESTW)
Mit dem Einsatz moderner Leit- und Sicherungstechnik werden die Betriebsabläufe zunehmend automatisch gesteuert und überwacht. Das ist nicht nur unter Kostengesichtspunkten von Vorteil, sondern ermöglicht auch eine verbesserte Auslastung der Bahnstrecken und eine höhere Qualität der Betriebsführung. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Stellwerke, die die Weichen und Signale beispielsweise bei der Einfahrt in einen Bahnhof stellen.

ESTW liefern die Basis für einen deutlich höheren Automatisierungsgrad in der Betriebsführung. Dabei übernehmen Rechner die Einstellung der Fahrstraßen, wodurch sich Überwachung und Steuerung räumlich konzentrieren lassen. Die ESTW sind in sogenannten Unterzentralen oder Zentralen organisiert, die meist untergeordnete Stellwerke wie das in Weil am Rhein steuern. Beim ESTW Weil am Rhein ist diese Zentrale in Basel eingerichtet.

Das Großprojekt Karlsruhe-Basel wird von der Europäischen Union kofinanziert. Transeuropäisches Verkehrsnetz (TEN-V), Fazilität „Connecting Europe. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.karlsruhe-basel.de

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