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ÖBB: RCG und DHL erweitern Seidenstraßen-Netzwerk

Zusammenarbeit intensiviert Verbindungen zwischen China und Europa ˖ Zukünftig regelmäßige Direktverbindungen nach Österreich

Wien, 16.05.2018 (BA/gm)
Das strategische Projekt der neuen Seidenstraße hat für die ÖBB einen besonders hohen Stellenwert. Mit dem ersten direkten Güterzug von China bis nach Wien brachte die Rail Cargo Group (RCG) – Güterverkehrssparte der ÖBB – ihre nächste Zugverbindung zwischen Asien und Europa erfolgreich auf Schiene. Nun wurde ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der Rail Cargo Group und DHL Global Forwarding unterzeichnet – mit dem Ziel, regelmäßige Verbindungen auf dem eurasischen Korridor zu etablieren. 

Chancen der One Belt – One Road Initiative
Die Neue Seidenstraße besteht aus drei Routen: einer im Kern schon bestehenden nördlichen Landverbindung durch die zentralasiatischen Staaten über Moskau sowie einer südlichen Landverbindung über den Iran und die Türkei nach Europa. Dazu kommt eine Seeverbindung über das Südchinesische Meer, den Indischen Ozean und das Rote Meer zu den europäischen Mittelmeerhäfen. Faszinierend an dem Projekt ist die Dimension: 65 Länder mit einer Bevölkerung von 4,4 Milliarden Menschen befinden sich im Einzugsgebiet der Neuen Seidenstraße. Als Investitionsvolumen werden Zahlen von bis zu 1,3 Billionen Dollar genannt.

Perfektes Zusammenspiel
Die Neue Seidenstraße birgt enormes Potenzial für die österreichische Wirtschaft und einen direkten Zugang zu rasch wachsenden Märkten. Großer Vorteil für den Verkehrsträger Schiene: Der Bahntransport ist umweltfreundlich, billiger als Luftfracht und schneller als Seefracht. DHL Global Forwarding und die RCG haben bereits den ersten Direktzug von China nach Österreich abgewickelt. Mit der vertieften Kooperation werden nun neue Verbindungen zwischen Europa und Asien implementiert. Dazu wurde ein Memorandum of Understanding zwischen Thomas Kargl, Vorstand Vertrieb der Rail Cargo Group, und Steve Huang, CEO, DHL Global Forwarding Greater China, unterzeichnet.

„Das Handelswachstum zwischen China und Österreich boomt. Umso bedeutender ist es, dass wir unseren Kunden attraktive Verbindungen und starke Partnerschaften bieten. Mit dem MoU und der Zusammenarbeit setzen die RCG und DHL ein klares Zeichen. Gemeinsam bündeln wir unser Know-How und Netzwerk“, erklärt RCG-Vorstand Thomas Kargl.

Ziel der Kooperation ist die Erweiterung der Transporte auf der Schiene auf der eurasischen Landbrücke entlang der sechs Länder China, Kasachstan, Russland, Ukraine, Slowakei und Österreich. Dies beinhaltet die Erhöhung der Güterverkehrskapazität und die nachhaltige Etablierung alternativer Routen zu den bereits bestehenden China-Europa-Verbindungen. Die derzeitige Transportdauer liegt bei 12 bis 14 Tagen – mit dem Ziel der Verkürzung auf 10 Tage bis zum Jahr 2020. Kunden profitieren von dem qualitativ-hochwertigen Netzwerk der RCG in Europa und der Expertise auf den Transkasachischen Routen der Seidenstraße, gepaart mit den internationalen Speditionsleistungen von DHL Global Forwarding.

“Die Partnerschaft wurde im Zuge des Staatsbesuches in China und der Unterzeichnung von 30 Kooperationsabkommen mit chinesischen Unternehmen in der Höhe von rund 1,9 Milliarden USD initiiert. Das MoU kombiniert die umfangreiche Kompetenz der RCG im Bereich Bahnlogistik mit dem End-to-End Speditions-Know-How von DHL und einem der weltweit größten Multimodal-Netzwerke. Damit bieten wir Kunden in Europa und China neue, zusätzliche Transportmöglichkeiten entlang der Neuen Seidenstraße“, verdeutlicht Steve Huang.

Florierendes Wirtschaftszentrum Chengdu
Dabei ist es kein Zufall, dass die chinesische Provinz den Ausgangspunkt der zukünftigen Verkehre darstellt. Mit einer intendierten Steigerung in der Höhe von einer Billion Yuan vor allem in den Branchen wie Biomedizin, Automotive, intelligenter Fertigung und E-Commerce bis zum Jahr 2022, besticht die Region durch immenses Potenzial für High-End-Exporte zwischen China und Österreich. „Der chinesische Markt ist für uns besonders attraktiv und Wien stellt dabei einen wesentlichen Knotenpunkt für die Verkehre von und nach China dar. Ausgehend vom Güterzentrum Wien Süd werden die Güter in ganz Europa – zwischen Nordsee, Mittelmeer und Schwarzem Meer – verteilt. Vice versa bieten wir Kunden aus den europäischen Industrien mit unseren Shuttle-Verkehren eine direkte Linie nach Asien“, so Kargl.

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