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„Pro Bahn“ rechnet mit Verspätung bei Einführung des Deutschland-Taktes

MDR-Magazin „Umschau“: Dienstags, 20.15 Uhr, MDR-Fernsehen

Leipzig, 27.11.2018 (BA/gm)
Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ ist skeptisch, dass 2030 der Deutschland-Takt bei der Bahn voll umgesetzt sein soll. „2030 wird der endgültige Deutschland-Takt nicht da sein“, schätzt der Vorsitzende des Fahrgastverbands „Pro Bahn“ Karl-Peter Naumann im Gespräch mit dem MDR-Magazin „Umschau“ ein. Aus seiner Sicht ist ein entscheidender Punkt für einen neuen Taktfahrplan der Neu- und Ausbau von Strecken und Ausweichgleisen. 

„Das Risiko, dass diese Strecken nicht rechtzeitig fertig werden, ist ein ganz reales Problem“, erklärt der Bahn-Experte. Die Ursachen dafür sieht er u.a. im deutschen Planungsrecht und im möglichen Widerstand von Bürgern, die von Streckenbauten betroffen und schlecht informiert werden könnten. Zudem befürchtet er, dass der Streckenausbau Spielball im Taktieren der politischen Parteien werden könnte. „Wenn eine Partei ja sagt, könnte sich der politische Gegner aus Prinzip sperren“, meint Naumann.

Der Deutschland-Takt soll das Bahnfahren in der Bundesrepublik attraktiver machen, die Fahrgastzahlen erhöhen und damit den Individualverkehr reduzieren. Das Projekt wurde im Oktober 2018 von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgestellt. Demnach soll der Deutschland-Takt ein abgestimmter, vertakteter Zugfahrplan für ganz Deutschland sein – vom kommunalen Nahverkehr bis hin zu Fernverkehrsstrecken. Nach den Vorstellungen des Bundesverkehrsministeriums sollen Infrastrukturmaßnahmen ab 2020 realisiert werden. Bis zum Jahr 2030 soll der Deutschland-Takt voll umgesetzt sein.

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