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München: Digitalisierung bei Tram und Bus

MVG erneuert Leitsystem und verbessert Fahrgastinformation

München, 12.12.2018 (BA/gm)
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erneuert ihr Leitsystem für Tram und Bus. „Wir nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um den ÖPNV für die Fahrgäste noch attraktiver zu machen und insbesondere auch die Störungsinformation zu verbessern“, sagt Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung und SWM Geschäftsführer Mobilität.

Die MVG und die SWM investieren in einem ersten Schritt rund 3,6 Millionen Euro in die Digitalisierung des Leitsystems. Etwa die Hälfte – knapp 1,8 Millionen Euro – wird aus dem Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme finanziert. Arne Petersen, Leiter Verkehrsinfrastruktur bei SWM/MVG erhielt den Förderbescheid von Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Förderung erfolgt im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020“. Das Projekt ist auch Teil des Masterplans der Landeshauptstadt München zur Luftreinhaltung. 

Die SWM und die MVG verfolgen schon seit Langem eine Digitalisierungsstrategie, um den Nahverkehr in München weiter zu verbessern. Wesentliche Meilensteine waren in der Vergangenheit beispielsweise die Einführung der elektronischen Fahrplanauskunft, der Ausbau des Online-Ticketings und die App „MVG Fahrinfo München“. Auch die laufende Erprobung des On-Demand-Services „MVG IsarTiger“ zählt dazu. Im nächsten Schritt wird nun mit der Erneuerung des 2005 beschafften Leitsystems ITCS (Intermodal Transport Control System) für Bus und Tram begonnen.

Leistungsgrenze erreicht
Das ITCS ist das zentrale Werkzeug der MVG zur Überwachung und Steuerung des Bus- und Straßenbahnverkehrs. Über das System fließt permanent eine Fülle an Informationen über das aktuelle Betriebsgeschehen zwischen den Fahrzeugen, den Fahrern und der Leitstelle. Auf ihren Monitoren sehen die Disponenten in der Zentrale vor allem, ob die Fahrzeuge im Fahrplan sind. Ebenso ist das ITCS die Quelle für die automatisierte Fahrgastinformation an den Haltestellen. Doch gerade in diesem für die Fahrgäste besonders wichtigen Punkt gerät das bestehende System bei größeren Betriebsstörungen inzwischen an seine Leistungsgrenzen. Oftmals kann es die Disponenten bei der Abwicklung von Störungen nicht mehr umfassend unterstützen und die Fahrgäste in geeigneter Weise informieren.

Neue Soft- und Hardware
Das bestehende ICTS wird nun durch ein neues System ersetzt, welches die gestiegenen Anforderungen erfüllt und sich mit dem dynamischen Umfeld des zunehmenden Verkehrs in München weiterentwickeln kann. Zur Erneuerung stehen vor allem die Software für die zentrale Überwachung, Steuerung und Kommunikation des Betriebs, die Hardware für die Anbindung der Fahrzeuge sowie das Fahrerterminal in den Zügen und Bussen an. „Damit sollen die bisherigen Funktionen des ITCS so robust und leistungsfähig werden, dass sie die Steuerung das Tram- und Busbetriebs auch bei hoher Verkehrslast mit daraus resultierenden Störungen vollumfänglich unterstützen“, sagt Verkehrsinfrastruktur-Chef Arne Petersen. „Gleichzeitig wird die Basis für eine kontinuierliche und zeitnahe Weiterentwicklung des ITCS im Zuge der Digitalisierung unserer Systeme geschaffen.“ SWM/MVG setzen im Rahmen des Erneuerungsprojekts auch ihre Modularisierungsstrategie fort. So soll grundsätzlich nur auf herstellerunabhängige Standardkomponenten zurückgegriffen werden.

Betriebssteuerung: Erneuerungsprogramm läuft
MVG-Chef Ingo Wortmann: „Die Erneuerung des ITCS ist Teil eines breit angelegten Modernisierungs- und Ausbauprogramms für unsere gesamte Betriebssteuerung. Dazu zählen auch der Neubau unseres Betriebszentrums mit den Leitstellen für die U-Bahn und den Oberflächenverkehr, die Einführung eines Content-Management-Systems für die Fahrgastinformation sowie neue Dispositionssoftware auch bei der U-Bahn. Jeder einzelne Baustein ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Betriebsqualität sowie der Fahrgastinformation. Wir freuen uns sehr über die Förderung des Bundes. Das Geld ist in München gut angelegt und wird den Fahrgästen in den kommenden Jahren direkt zugutekommen.“

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