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Containertransport per Bahn von China nach Europa

Oleg Belozyorov, CEO der Russischen Eisenbahnen: „Containertransport per Bahn von China nach Europa kann 2 Millionen Standardcontainer/Jahr überschreiten“

Wien, 19.03.2019 (BA/gm)
Das Transitpotenzial der Eisenbahnen in Asien und Europa war am gestrigen Montag das Hauptthema der Plenarsitzung des Internationalen Eisenbahnkongresses 2019 in Wien. „Die Grundidee der Initiative One Belt, One Road (OBOR) ist die Schaffung der Infrastruktur, die für die Lieferung chinesischer Waren an die Europäische Union erforderlich ist. An dieser Initiative sind rund 100 Länder beteiligt.

Für die russischen Eisenbahner ist dies eine Gelegenheit, ihren Anteil am wachsenden Markt für den eurasischen Transit zu erhöhen“, so CEO und Vorstandsvorsitzender der Russischen Eisenbahnen, Oleg Belozyorov. Er erinnert sich, dass sich das Gesamtvolumen des Handels mit China auf etwa 5 Billionen US-Dollar belief. Die Eisenbahnen in Russland und der eurasischen Wirtschaftsunion spielen traditionell die Rolle einer Landbrücke, die die größten Volkswirtschaften Europas und Asiens verbindet. 

„Vor einigen Jahren konnten wir nur spekulieren, dass rund 600.000 Container durch Russland transportiert würden. Dies wurde jetzt erreicht. Wir konnten einen Anstieg von weiteren 30 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Wir könnten 2 Millionen Standardcontainer (TEU, Twenty-foot Equivalent Units) pro Jahr oder mehr erreichen“, so Herr Belozyorov.

Um dies zu erzielen, plant die Russische Eisenbahn, die Zeit für den Transport von Containern aus Fernost an die Westgrenze Russlands auf sieben Tage zu verkürzen. Vorgesehen ist die Umsetzung großer Infrastrukturprojekte für den Wiederaufbau der BAM und der Transsibirischen Eisenbahn, die die Geschwindigkeit von Containerzügen von 1.150 auf 1.500 km pro Tag erhöhen werden.

Der Bau der Strecke Kosice-Bratislava-Wien mit einer Spurweite von 1520 mm ist sehr wichtig. „Dieses Projekt wird die Arbeit der Eisenbahnen auf ein neues Niveau heben. Wir werden neue Technologien ausprobieren, um die Grenzübergänge zu beschleunigen und Rechtsfragen zu vereinheitlichen. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit darauf richten, dass dies so schnell wie möglich geschieht“, sagte Herr Belozyorov.

Er nannte auch mehrere wichtige gemeinsame Initiativen zur Steigerung des Transitverkehrs
„Es ist wichtig, dass wir einen einheitlichen Rechtsrahmen haben. Im Rahmen des Internationalen Eisenbahnverbandes wurde viel getan, aber es bedarf noch weiterer Anstrengungen. Wir müssen Grenzen schnell überqueren können. Zwar können wir schnell lange Strecken zurücklegen, aber die Ladung liegt zwei komplette Tage lang bei der Zollabfertigung an der Grenze“, sagte er.

Ein weiterer Schwerpunkt sind digitale Technologien: „Tools wie Blockchain und Smart Contracts können uns dabei helfen, Entscheidungen in Sekundenschnelle zu treffen und Milliarden von Dollar zu sparen.“

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