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Nahverkehrsplans der Stadt München verfehlt politische Ziele

56 Prozent mehr MVV-Fahrgäste

München, 22.05.2019 (BA/gm)
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert in seiner Stellungnahme zu den Qualitätskriterien des Nahverkehrsplans der Stadt München, dass die Kriterien viel zu wenig mutig sind. „Beispielsweise halte es die Stadt schon für ‚günstig‘, wenn MVV-Nutzer eineinhalb mal so lange brauchen wie Autofahrer“ so kritisiert Andreas Barth, Münchner Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN die Qualitätskriterien. So überrascht es nicht, wenn es dann mit der Verkehrswende nichts wird. 

Der Verband fordert in seiner Stellungnahme, die Qualitätsstandards durchgängig zu schärfen. Aufbauen müssen diese unter anderem auf dem Beschluss des Stadtrats nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren, den Anteil des Umweltverbund am Modal Split auf mindestens 80 Prozent bis 2025 zu erhöhen. Daraus folgt, dass die Fahrgastzahlen im MVV um 56 Prozent steigen müssen.

Dafür ist eine ganz andere Qualität des MVV-Angebots notwendig – in Bezug auf Liniennetz, Angebotsstruktur, Zuverlässigkeit, Umsteigewege und deren Überdachung, etc.

Damit die neuen Fahrgäste auch Platz haben, sind deutlich mehr Fahrten im MVV nötig – bei Express-Bus, Metro-Bus, Tram, U-Bahn und S-Bahn ergibt sich mindestens ein 10-Minuten-Takt auch abends und am Wochenende, teilweise auch deutlich dichter.

Aussagen wie ‚Busse und andere im Straßenraum geführte Verkehrsmittel … können dieser Anforderung jedoch nicht immer gerecht werden, weil sie unter anderem Behinderungen … ausgesetzt sind‘ sind zu fatalistisch. Zielvorgabe muss sein, die Zustände so zu ändern, dass Behinderungen der deutlich effektiveren öffentlichen Verkehrsmittel immer weiter reduziert werden.

Ein massiver Ausbau der MVV-Infrastruktur ist überfällig. Hier muss die Stadt auch neue Wege gehen, effizienter planen und sich selbst intern besser abstimmen, sowie baufähige Projekte auch tatsächlich zum Bauen bringen. Der überlange Planungsprozess für die Westtangente ist mehr als nur abschreckend.

Wichtig ist: es muss bald etwas passieren. Nur auf wenige neue U-Bahn-Strecken als Allheilmittel zu setzen ist teuer, aber ohne ausreichende verkehrliche Wirkungen. Der Ausbau umfasst insbesondere auch den kurzfristigen Bau von Busspuren für Metro- und Expressbusse sowie neue Tramstrecken.

Um die Behinderungen durch Falschparker zu reduzieren, ist die MVG kurzfristig mit der Verfolgung von Verkehrsordnungswidrigkeiten zu beleihen.

Die komplette Stellungnahme (mit weiteren Details und Berechnung der nötigen Verkehrsmenge) ist im Internet verfügbar.

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