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Schweiz: Missachtete Zug-Rotlichter

Verletzte Passagiere und Millionenschäden: Lokführer fahren immer häufiger über Rot

Aargau, 27.08.2019 (BA/gm)
Lokführer fahren in der Schweiz immer häufiger über Rotlichter – im letzten Jahr im Schnitt einmal pro Tag, was ein Rekord darstellt, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Im vergangenen Jahr fuhren Lokführer insgesamt 363 Mal über Rot oder missachteten andere Signale, wie aus Daten des Bundesamts für Verkehr hervorgeht.

Als 2010 erstmals jede «Fehlhandlung gegen Signale im Bahnverkehr» erfasst wurde, zählte der Bund 224 solcher Fälle. 108 Personen wurden dem Bericht zufolge bisher deswegen verletzt, 15 davon schwer. Beim Zugunglück in Granges-Marnand VD 2013 kam ein Mensch ums Leben. 

Seit 2010 verursachten überfahrene Rotlichter Sachschäden in der Höhe von über 56 Millionen Franken. Den Daten zufolge ist Unachtsamkeit der Lokführer häufig die Ursache. Der Präsident des Lokführerverbands, Hubert Giger, erklärte der Zeitung: «Der Arbeitsdruck der Lokführer ist gestiegen: Es gibt mehr Signale, die Geschwindigkeiten sind höher, die Beschleunigungen grösser.»

Laut den SBB verursachen nebst erfahrenen vor allem junge Lokführer Signalfälle. Die Bahnfirma bietet unter anderem Auffrischungskurse an und stellt Experten für Begleitfahrten. Im laufenden Jahr kam es laut den SBB bislang zu weniger Zwischenfällen als im Vorjahr.

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