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BEG-Qualitätsranking: Gute Halbjahresnoten für den bayerischen Regionalverkehr

Bayerische Eisenbahngesellschaft veröffentlicht Halbjahresranking 2019 ˖ Qualität im bayerischen Regionalverkehr macht weiter Fortschritte ˖ Netz Agilis-Nord erreicht nahezu die Höchstmarke ˖ Zwei Newcomer in den Top Ten

München, 31.08.2019 (BA/gm)
Die Qualität auf Bayerns Schienen macht weiterhin gute Fortschritte: Auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten erzielten die bayerischen Regionalzüge im ersten Halbjahr 2019 im landesweiten Durchschnitt 36,50 Punkte. Dieses Ergebnis dokumentiert die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienen-personennahverkehr im Freistaat plant, finanziert und kontrolliert, in ihrem Halbjahresranking. Stichtag war der 30. Juni 2019. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 31 Netze im Qualitätsmesssystem der BEG erfasst. Im Jahresranking für 2018 lag der Durchschnittswert von 29 bewerteten Netzen noch bei 28,68 Punkten. Die Qualitätsmessungen erfolgen mit offenen und verdeckten Tests durch unabhängige Testpersonen sowie mittels Fahrgastbefragungen. Zu den beurteilten Kriterien zählen beispielsweise die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgastinformation sowie die Service- und Kundenorientierung. Bis zur Jahresmitte liegt eine Teilstichprobe vor; die Werte können im weiteren Jahresverlauf noch schwanken. Die Pünktlichkeitswerte fließen nicht in das Qualitätsranking ein; sie werden in einem gesonderten Messsystem erfasst. 

„Das Qualitätsniveau im bayerischen Regionalverkehr steigt kontinuierlich an. Wenn nahezu neunzig Prozent der Netzbetreiber die hohen Qualitätsanforderungen der BEG erfüllen, ist das eine gute Nachricht für die Fahrgäste“, sagt Thomas Prechtl, Sprecher der Geschäftsführung der BEG. „Schließlich entscheidet auch die Qualität darüber, wie zufrieden die Fahrgäste mit dem Angebot im Bahnland Bayern sind. Unsere Qualitätsmessungen sind dafür ein wichtiger Gradmesser. Wir machen die Verkehrsleistungen vergleichbar und schaffen zusätzlich über Bonus- beziehungsweise Strafzahlungen Anreize für die Verkehrsunternehmen, permanent an ihrer Angebotsqualität zu arbeiten. Mehr Qualität auf der Schiene macht das Bahnfahren für die Fahrgäste jedenfalls umso attraktiver.“

Bestmarke für Agilis-Nord und zwei Newcomer in den Top Ten
27 von 31 Netzen landeten im ersten Halbjahr 2019 im Bonusbereich und übertrafen damit die Mindesterwartungen der BEG. Elf Netze erreichten sehr gute Werte von zum Teil deutlich mehr als 50 Punkten. Wie im Jahresranking 2018 setzt sich das Netz Agilis-Nord an die Spitze der Tabelle und erreicht 99,48 von 100 möglichen Punkten (Jahresranking 2018: 94,66 Punkte). Platz 2 geht mit 93,93 Punkten an das Netz Kissinger Stern (2018: 86,49 Punkte). 83,83 Punkte bringen das Netz Kahlgrund auf Platz 3 (2018: 81,90 Punkte).

Auf Anhieb hat es der Flughafenexpress mit 69,09 Punkten in die Top Ten geschafft. Er verkehrt seit Dezember 2018 nahezu jede Stunde zwischen Regensburg und dem Münchner Flughafen. Bei den Qualitätsstichproben gab es nicht nur gute Noten für die Sauberkeit, sondern auch für die Fahrgastinformation. Gleichzeitig werden die Kompetenz und die Freundlichkeit der Zugbegleiter besonders gelobt. Mit 57,68 Punkten landet auch das Netz Südhessen-Untermain im ersten Drittel der Tabelle. Zwar liegt die Federführung bei diesem länderübergreifenden Netz beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Da viele Fahrgäste auf dem bayerischen Streckenabschnitt unterwegs sind, wird das Netz für den bayerischen Teil seit Betriebsaufnahme im Dezember 2018 im Qualitätsmesssystem der BEG erfasst.

Knapp hinter den Top Ten reiht sich das Netz Ostallgäu-Lechfeld-Bahn mit 56,53 Punkten in die Tabelle ein. Es integriert die bisherige Kneipp-Lechfeld-Bahn und bedient nach einem Betreiberwechsel seit Dezember 2018 die Strecken Landsberg – Augsburg, Füssen – Augsburg sowie Füssen – München.

Gewinner und Verlierer
Einen großen Sprung nach vorne hat das Netz Regio Franken gemacht. Es hat rund 40 Punkte zugelegt, wird jetzt mit 4,15 Punkten bewertet (2018: -35,44 Punkte). Das Netz wird seit 2014 im Qualitätsmesssystem der BEG erfasst und hat jetzt erstmalig die Mindestanforderungen der BEG erfüllt. Vor allem die Fahrgastinformation im Zug und die Funktionsfähigkeit der Ausstattung haben sich verbessert. Zudem wurden Präsenz und Kompetenz der Zugbegleiter besser bewertet. Allerdings hat sich auch der Netzzuschnitt verändert. Einzelne Strecken wurden herausgelöst, wodurch das Netz um mehr als die Hälfte verkleinert wurde. Ein direkter Vergleich zum Vorjahr ist daher derzeit nur eingeschränkt aussagekräftig.

Deutlich aufholen konnten auch das Netz Regio Nordostbayern, das aktuell mit 39,24 Punkten bewertet wurde (2018: 7,89 Punkte) sowie das Netz Regio Allgäu-Schwaben, das im Halbjahresranking 12,26 Punkte erreichte (2018: -16,15 Punkte).

Einen erheblichen Punkteverlust musste der Meridian hinnehmen: Er war im ersten Halbjahr nur noch mit 18,52 Punkten unterwegs, verlor gegenüber dem Jahresranking 2018 17,28 Punkte und reiht sich nunmehr im unteren Mittelfeld ein. Vier von 31 Netzen konnten im ersten Halbjahr 2019 die Mindestanforderungen der BEG nicht erfüllen. Zwei Netze haben den Bonusbereich nur knapp verfehlt: Das Netz Fugger-Express erreicht -2,90 Punkte (2018: 16,34 Punkte) und das Dieselnetz Allgäu Los 2 -5,51 Punkte (2018: -9,39 Punkte). Die Schlusslichter im aktuellen Ranking sind die Netze Alex Nord und Süd mit -19,93 Punkten (2018: -7,51 Punkte) und das D-Netz Ulm Übergang mit -32,33 Punkten (2018: -12,10 Punkte). Verbesserungspotenzial besteht bei den zuletzt genannten Netzen vor allem im Bereich der Fahrgastinformation.

Qualitätsmesssystem als Grundlage
Alle bayerischen Regionalzüge werden nach einheitlichen Kriterien im BEG-Qualitätsmesssystem erfasst. Es bildet die Grundlage für das Qualitätsranking. Berücksichtigt werden die Sauberkeit der Fahrzeuge (innen und außen), die Fahrgastinformation im Regel- und im Störfall, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Serviceorientierung der Zugbegleiter und die Kundenorientierung bei Beschwerden. Die Pünktlichkeit fließt nicht in die Ergebnisse ein, sondern wird in einem separaten Messsystem erfasst. Die BEG bewertet die einzelnen Netze mit Hilfe von externen Testern und Fahrgastbefragungen. Die Ergebnisse des Qualitätsrankings haben unmittelbare finanzielle Auswirkungen auf die Betreiber der jeweiligen Netze. Erreicht ein Unternehmen den Wert null, sind die Erwartungen der BEG gerade erfüllt. Wer darüber liegt, erhält eine Bonuszahlung, wer Minuspunkte verzeichnet, zahlt Strafe (+100 Punkte = maximaler Bonus, -100 Punkte = maximaler Malus).

Das Qualitätsranking (Stand 30. Juni 2019) sowie alle Jahreswerte seit 2008 sind unter www.beg-qualitaetsranking.de zu finden. Dort sind auch die jeweiligen Betreiber der Netze aufgeführt.

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