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EVG kritisiert Keolis/eurobahn: Das neue Angebot ist schlechter als das bisherige

Frankfurt a. M., 02.01.2020 (BA/gm)
Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Torsten Westphal, hat Keolis/eurobahn eine Täuschung der Öffentlichkeit vorgeworfen. „Es ist schon reichlich unverfroren, in einer Pressemeldung zu behaupten, man habe ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, obwohl dieses `neue‘ Angebot materiell schlechter ist, als das bisherige“, stellte der EVG-Vorsitzende fest. Zu dieser Einschätzung seien sowohl der Geschäftsführende Vorstand, wie auch die zuständige Tarifkommission der EVG gekommen.

„Wir haben noch am Silvester-Tag unsere Kolleginnen und Kollegen der Tarifkommission um eine Bewertung des neuen Angebots gebeten. Wenn es eine Chance gibt, diesen Tarifkonflikt zu beenden, dann wollen wir diese so schnell wie möglich ergreifen“, so Torsten Westphal.

„Unsere Tarifkommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass mit dem derzeitigen Angebot eine `Mogelpackung´ vorliegt. Verpackt in schöne Worte, um den Anschein zu erwecken auf die Forderungen der Kolleginnen und Kollegen eingegangen zu sein, hat man das Angebot im Volumen der Entgelterhöhung deutlich abgesenkt. Das ist keinesfalls zu akzeptieren“, stellte der EVG-Vorsitzende fest. 

Trotzdem versuche die Geschäftsführung in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, sie sei der EVG allein entgegengekommen. „Das ist falsch. Es war in den vergangenen Tagen allein die EVG, die sich um De-Eskalation bemüht hat. Wir haben der Geschäftsführung von Keolis/eurobahn noch vor Weihnachten ein Spitzengespräch zur Lösung des Konfliktes vorgeschlagen – das aber ausgeschlagen wurde. Wir sind es, die sofortige Gesprächsbereitschaft signalisieren, während sich Keolis/eurobahn frühestens am 6. Januar 2020 wieder mit uns an einen Tisch setzen will“, kritisierte Torsten Westphal. Die Geschäftsführung verkenne die Situation völlig und scheine an einer schnellen Lösung kein Interesse zu haben. Das mache zumindest das zögerliche Handeln deutlich.

„Unsere Forderungen sind nach wie vor nicht erfüllt. Wir wollen, dass alle unsere Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen an einer Lohnerhöhung teilhaben – und das mit dem bereits in den Verhandlungen angebotenem Entgeltvolumen. Die Geschäftsführung von Keolis/eurobahn will das offenbar nicht. Daran scheitert derzeit eine Einigung, das versteht keiner“, machte Torsten Westphal deutlich.

Die Geschäftsleitung von Keolis/eurobahn setze nach wie vor darauf, die Belegschaft zu spalten. „In einem Angebot greift sie sich einzelne Beschäftigtengruppen heraus und bietet für diese eine zusätzliche Entgelterhöhung an und im nächsten Angebot werden diese wieder einkassiert. Das ist Firmenpolitik nach Gutsherrenart, gegen die wir uns zurecht zur Wehr setzen“, stellte der EVG-Vorsitzende fest. „Das erwarten unsere Kolleginnen und Kollegen. Deshalb sei die Streikbereitschaft nach wie vor sehr hoch“, so Westphal.

„Ein Spiel mit falschen Karten wird nicht erfolgreich sein“, stellte der EVG-Vorsitzende fest. Keolis/eurobahn versucht sich, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, in der Öffentlichkeit positiv darzustellen, geht aber tatsächlich auf unsere Forderung nach einer gerechten Bezahlung nicht ein. Für uns ist völlig unerklärlich, warum die Geschäftsführung die Chance zur Einigung nicht ergreift, obwohl die Folgen des Arbeitskampfes für die Fahrgäste jeden Tag deutlicher zu spüren sind“, so der EVG-Vorsitzende.

„Je länger dieser Konflikt noch andauert, umso drastischer werden die Auswirkungen sein“, warnte Torsten Westphal. Erste Linien müssten bereits vom Netz genommen werden. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Wochen noch weiter verschärfen, dabei wird es zu drastischen Einschränkungen des Verkehrs kommen. Die Verantwortung hierfür trage allein die Geschäftsführung von Keolis/eurobahn, die täusche und trickse statt ernsthaft zu verhandeln.

„Ungeachtet aller Vorkommnisse sind wir gewillt, auch im Sinne der Fahrgäste, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Wenn Keolis/eurobahn will, kann der Arbeitskampf umgehend unterbrochen werden. Dazu bedarf es eines ernsthaften, verhandlungsfähigen Angebots im Hinblick auf die Entgeltstruktur und keiner weiteren Mogelpackung“, so der EVG-Vorsitzende.

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