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Mobilitätsleitbild bildet ersten Baustein für einen Hanauer Verkehrsentwicklungsplan

Hanau, 06.02.2020 (BA/gm)
Wie sollen sich Fuß-, Rad- und Autoverkehr, ÖPNV, Parkraumbewirtschaftung, innerstädtische Transportlogistik und multimodale Mobilität mit mehreren nutzbaren Verkehrsträgern künftig in Hanau entwickeln? Erste Antworten auf diese Frage soll ein Mobilitätsleitbild ergeben, dessen Beauftragung der Magistrat jetzt gebilligt hat und womit sich am 17. Februar 2020 die Stadtverordneten beschäftigen. Das Leitbild wird als Einstiegsbaustein für die Zielbestimmung eines Verkehrsentwicklungsplans dienen.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky sieht in der Mobilität ein „zentrales Thema für die nächsten Jahre“. Und es werde entscheidend sein, „wie wir in einem immer verdichteter werdenden Stadtraum am besten ans Ziel kommen und dabei sorgsam mit der Umwelt umgehen“. 

Verkehrsentwicklung müsse heute verstärkt mit Regional- und Stadtplanung, mit Energieversorgung und Auswirkungen auf das Klima verzahnt werden, erklärt Hanaus Verkehrsdezernent Thomas Morlock. Sämtliche Bestandteile des Verkehrssystems müssten „langfristig so optimiert werden, dass jeder Verkehrsträger seine spezifischen Stärken effektiv und effizient einsetzen kann“.

Morlock hebt hervor, dass bei der Leitbildentwicklung die Integration von Mobilitätsstationen vornehmlich an Bahnhöfen in den Blickpunkt rücke, wo verschiedene, möglichst viele Verkehrsträger miteinander verknüpft werden. Ebenso werde ein verstärktes Augenmerk auf alternative Antriebe an Stelle fossiler Brennstoffe gelegt. Wichtig sei zudem, wie künftig Parkraum organisiert und bewirtschaftet werde.

Bei dem Leitbild handelt es sich um einen übergeordneten Prozess. Aufsetzend auf vorhandene Planungen und Studien soll die Ausrichtung der städtischen Mobilitätsstrategie Verkehrsentwicklungsplanung weiterentwickelt werden. Dabei sollen Stärken und Schwächen der Verkehrsträger herausgearbeitet werden. „Gefragt sind ausdrücklich auch innovative Lösungen für Hanau“, unterstreicht Morlock, „um eine bestmögliche Vernetzung von Verkehrsträgern zu erreichen“.

Auf der Grundlage des entwickelten Mobilitätsleitbilds wird im zweiten Schritt der Verkehrsentwicklungsplan gestaltet. Er umfasst die Themenfelder Fußverkehr, Radverkehr, Bus und Bahn, motorisierter Individualverkehr, Parkraumbewirtschaftung, innerstädtische Transportlogistik, vor allem für den Einzelhandel, sowie multimodale Mobilität.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont, dass bei der Leitbildentwicklung selbstverständlich Vorschläge vom Bürgerbeteiligungswochenende im März 2019 aufgenommen würden. Seinerzeit spielte das Themenfeld Fortbewegung eine zentrale Rolle.

So heißt es in den damals formulierten Leitthesen, dass der mit dem Stadtumbau eingeschlagene Weg, Plätze und City-Straßenraum schrittweise autofrei zu machen, „konsequent fortgesetzt“ werde. Das geschehe mit Augenmaß und Berücksichtigung des Einzelhandels und der Anwohnenden. Voraussetzung für den Wandel sei es, den Radverkehr zu stärken, das Bus- und Bahnangebot sowie alternative Mobilitätskonzepte wie das Car-Sharing voranzubringen. Für die letzte Meile der Zulieferlogistik sei es sinnvoll, einen zentralen innerstädtischen Knoten zu finden, von dem aus nicht mehr mit so vielen Transportfahrzeugen wie bisher Innenstadt-Geschäfte bedient werden.

Für ihre strategische Mobilitätsplanung will sich die Stadt Hanau um Fördergelder von EU, Bund und Land bemühen. Dazu hatte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Gebietskörperschaften 2019 in einem Schreiben ausdrücklich ermuntert.

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