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Mehr Fernverkehr für Westsachsen und Nordostbayern im Deutschlandtakt

Dresden, 11.09.2020 (BA/gm)
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert deutliche Nachbesserungen im Entwurf des Deutschlandtaktes, ohne dabei beim Nahverkehr und den Fernverkehrsanbindungen anderer Regionen zurückzurudern.

Im kürzlich erschienenen dritten Gutachterentwurf des Deutschlandtaktes sind wesentliche Verschlechterungen für die Anbindung der Region Westsachsen gegenüber dem zweiten Gutachterentwurf enthalten, welche aus der Nutzen‐Kosten‐Analyse und der Fahrgastprognose resultieren. Zahlreiche Verbindungen sind nur noch in einem Zwei‐Stunden‐Takt geplant, die direkte Fernverkehrsverbindung zwischen Plauen und Leipzig entfällt komplett. 

Seit Jahren bemüht sich der Fahrgastverband PRO BAHN zusammen mit weiteren Partnern für eine bessere Anbindung der Region an das überregionale Schienennetz der Sachsen‐Franken‐Magistrale. „Der dritte Gutachterentwurf ist jedoch ein deutlicher Rückschritt.“, kritisiert Markus Haubold, Referent für Südwestsachsen. „Insbesondere wären die Städte Zwickau und Plauen gegenüber dem zweiten Gutachterentwurf deutlich schlechter angebunden. Auch Chemnitz hätte als Großstadt keine einzige im Stundentakt verkehrende Fernverkehrsanbindung.“

Zurzeit wird der Streckenast von Leipzig über Altenburg nach Zwickau mit viel Geld saniert und für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h ausgebaut. Im Entwurf ist jedoch keine Fernverkehrsverbindung mehr vorgesehen, welche Plauen direkt an Leipzig anbinden würde. Geplant wird nur noch eine Anbindung mit der Mitteldeutschen S‐Bahn. „PRO BAHN fordert eine Ergänzung des vorgesehenen S‐Bahn‐Verkehrs nach Plauen durch eine Fernverkehrsanbindung. Dies aber nicht zu Lasten der S‐Bahn‐Anbindung, welche für Pendler eine wichtige Funktion übernimmt und ebenfalls schon länger von uns gefordert wird.“, so Haubold. Die regionalen Aufgabenträger stehen hier weiterhin in der Verantwortung.

Als elementar für attraktive Fernverkehrsverbindungen sieht PRO BAHN den umgehenden und schnellen Ausbau und die komplette Elektrifizierung der Sachsen‐Franken‐Magistrale an. Dies beinhaltet sowohl die Anbindung weiterer größerer Städte sowie auch den bequemen und umsteigefreien Bahnverkehr auf den Relationen Leipzig‐Nürnberg und Dresden‐München (über Nürnberg). Anders als das Sächsisch‐Bayerische Städtenetz lehnt PRO BAHN das Ausspielen der verschiedenen Verbindungen gegeneinander aber ab.

„Wir sprechen nicht von einer Konkurrenz der Franken‐Sachsen‐Magistrale zur Verbindung über Schwandorf und Furth i. W., sondern von sich ergänzenden Verbindungen. Wir brauchen beide!“, so Lukas Iffländer, stellvertretender Vorsitzender von PRO BAHN Bayern. Eine Konkurrenz der Regionen um attraktive Anbindungen an das Schienennetz ist nicht im Sinne des Deutschlandtaktes, welcher ein fahrgastorientiertes Angebot mit kurzen Reisezeiten und einer breiten Anbindung der Bürgerinnen und Bürger an das Schienennetz zum Ziel hat. „Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen nach den bisher angewandten Prämissen führen hierbei nicht zum Ziel und sorgen weiter dafür, dass sich Regionen abgehängt fühlen.“, kritisiert Iffländer.

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