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Wahlprüfsteine zum ÖPNV und zur Bahnanbindung

OB-Wahlen Chemnitz und Zwickau

Dresden, 17.09.2020 (BA/gm)
Am 20. September 2020 stimmen die Bürger der Städte Chemnitz und Zwickau über ihr künftiges Stadtoberhaupt ab. Der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland und die Bahninitiative Chemnitz stellten mehr als zehn Fragen zum ÖPNV und zur Bahnanbindung der Städte an die Kandidatinnen und Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahlen. Während in Zwickau nur eine der fünf Befragten eine ausführliche Antwort gab, antworteten sechs der acht befragten Chemnitzer Kandidatinnen und Kandidaten. 

Von den Zwickauer Kandidaten sandte nur Ute Brückner (DIE LINKE) eine ausführliche Antwort zurück. „Mit Ausnahme von Frau Arndt (BfZ), welche uns zu einem inhaltlichen Austausch einlud, gab es von den drei anderen Kandidatinnen und Kandidaten keine Reaktion. Da stellt sich uns schon die Frage, welche Bedeutung der öffentliche Verkehr in der Zwickauer Politik überhaupt besitzt.“, kommentiert Markus Haubold, Referent für Südwestsachsen des Fahrgastverbandes PRO BAHN die geringe Resonanz.

„Insgesamt kann man in Chemnitz einen breiten Konsens feststellen, den ÖPNV in der Stadt grundsätzlich weiter auszubauen und attraktiver zu gestalten.“, freut sich Markus Haubold vom Fahrgastverband PRO BAHN. So schlagen Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen) und Susanne Schaper (DIE LINKE) eine engere Taktung in den Abend- und Nachstunden vor. Ein Ausbau des Straßenbahnnetzes können sich bis auf Paul Vogel (Die PARTEI) alle Kandidaten vorstellen: Mit Almut Patt (CDU), Susanne Schaper und Volkmar Zschocke sprechen sich gleich drei der Befragten für eine Verlängerung der Straßenbahn von Schönau bis Reichenbrand aus. Auch der Kaßberg sollte nach Meinung von Lars Faßmann und Volkmar Zschocke an das Straßenbahnnetz angebunden werden. Beim Ausbau des ÖPNV solle man zunehmend auf alternative Antriebe setzen: Susanne Schaper, Paul Vogel wie auch Sven Schulze (SPD) setzen sich dafür ein; Lars Faßmann fordert die Nutzung autonom fahrender Fahrzeuge.

Ebenfalls einig sind sich alle Kandidaten, dass die Stadt Chemnitz mangelhaft an den Bahnverkehr angebunden ist. Die Lösungen, wie dies kurzfristig in den nächsten fünf Jahren verbessert werden soll, sehen jedoch unterschiedlich aus. Während sich Almut Patt allgemein ausdrückt, gibt es konkrete Vorschläge von Volkmar Zschocke und Susanne Schaper. Sie nennen als Beispiel die Verlängerung des Diesel-IC von Gera bis Chemnitz und damit die Schaffung einer durchgehenden Verbindung bis ins Ruhrgebiet. Lars Faßmann fordert kurzfristig besseres Zugmaterial auf der Strecke Chemnitz-Leipzig. Sven Schulze möchte eine Direktverbindung über Elsterwerda nach Berlin erreichen.

Die Wahlprüfsteine mit den Antworten für Chemnitz sind hier und für Zwickau hier abrufbar.

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