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Herbstferien: Ausbau zwischen Köln und Bonn geht in die nächste Runde

Arbeiten an den Elektronischen Stellwerken • Ausstattung der Strecke mit ETCS • Sperrung der Gleise zwischen dem 9. und dem 26. Oktober 2020 mit Umleitungen, Haltausfällen und Schienenersatzverkehr

Ausbau zwischen Köln und Bonn

Düsseldorf, 06.10.2020 (BA/gm)
Der Ausbau der Schieneninfrastruktur geht in die nächste Runde. In den Sommerferien hat die Deutsche Bahn (DB) auf der Strecke zwischen Köln und Bonn Oberleitungsarbeiten sowie Kabel-, Gleis- und Signalarbeiten ausgeführt. In einer zweiten Sperrpause der linken Rheinstrecke in den Herbstferien bündelt die DB wieder ein umfangreiches Bauprogramm, um die Sperrzeiten bestmöglich zu nutzen. Es stehen Arbeiten an den Elektronischen Stellwerken (ESTW) Köln Hbf und „Linke Rheinseite“ an. Gleichzeitig treibt die DB Modernisierungsarbeiten am Bahnhof Köln-Süd und Arbeiten für die Ausstattung der Strecke mit ETCS voran. Damit kann die DB langfristig die Qualität des Eisenbahnverkehrs im Knoten Köln deutlich steigern. 

In der zweiwöchigen Sperrung zwischen dem 9. und dem 26. Oktober 2020 sind bis zu 150 Bauarbeiter gleichzeitig für eine starke Schiene vor Ort im Einsatz. Allein in den Herbstferien verbaut die DB hier rund 25 Millionen Euro. Um die komplexe Baulogistik steuern zu können, sind die Bauabläufe dreidimensional nach dem sogenannten BIM-Verfahren (Building Information Modelling) simuliert worden. Insgesamt müssen 400 Bauaktivitäten koordiniert werden, Auch beim Maschineneinsatz setzt die DB auf Innovation und Geschwindigkeit: Mit einem neuartigen Umbauzug für Kabeltiefbauarbeiten können die geplanten Arbeiten in geeignetem Gelände viermal schneller ausgeführt werden als mit herkömmlicher Technik.

Arbeiten an den ESTW Köln Hbf & ESTW „Linke Rheinseite“ und ETCS
Die DB führt umfangreiche Arbeiten für die beiden ESTW Köln Hbf und ESTW „Linke Rheinseite“ durch. Mit dem Bau der neuen elektrischen Stellwerke rüstet die DB die Stellbereiche gleichzeitig mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS aus. Für das künftige ESTW Köln Hbf finden zwischen Köln Hauptbahnhof und Köln-Hansaring Kabeltiefbauarbeiten statt. Auch für ETCS stehen Kabeltiefbauarbeiten auf dem Programm.

Vorbereitend für das ESTW „Linke Rheinseite“ verlegt die Deutsche Bahn rund fünf Kilometer Kabelkanäle und erstellt rund 25 Gleisquerungen. Außerdem errichtet sie zahlreiche Fundamente für neue Signale und baut acht Signalbrücken und Signalausleger. Insgesamt werden allein für das ESTW „Linke Rheinseite“ 22 Signalbrücken- und Ausleger und über 100 neue Signale errichtet. Für eine durchgängige Befahrung des Streckenabschnittes von den Niederlanden über Deutschland, Schweiz bis nach Italien muss die Strecke zwischen der niederländischen Grenze entlang der rechten und linke Rheinseite mit dem European Train Control System (ETCS) ausgestattet werden.

Modernisierungsarbeiten Bahnhof Köln-Süd
Am Bahnhof Köln-Süd modernisiert die DB das Bahnsteigdach auf dem Bahnsteig an Gleis 1/2. Außerdem werden die Fundamente für zwei neue Bahnsteigdächer auf dem Bahnsteig an Gleis 3/4 erstellt. Parallel installiert die DB ein Blindenleitsystem im Empfangsgebäude und auf den beiden Bahnsteigen.

Weitere Baumaßnahmen während der Sperrung
Um die Sperrpause möglichst effizient zu nutzen finden außerdem Gleis- und Weichenerneuerungen sowie Kabeltiefbau- und Lärmschutzarbeiten statt. Die DB erneuert die Gleise zwischen Köln-Kalk Nord und Köln Süd und tauscht vier Weichen in Köln West aus.

Ausbau für den wachsenden Metropolenverkehr
Durch das neue ESTW wird auch eine Voraussetzung für den Ausbau der S 11 geschaffen. Bis 2021 werden zunächst die S-Bahngleise an die neue Stellwerkstechnik angebunden. Bis Ende 2024 folgen dann der Regional- und Fernverkehr. Das ESTW ist Grundlage für die weitere Digitalisierung der Schiene in Deutschland. Durch die neue Technik kann nicht nur die Störanfälligkeit der Signaltechnik verringert werden. Sie sorgt außerdem für eine höhere Flexibilität im Bahnverkehr.

Die Bauarbeiten führen zu folgenden verkehrlichen Änderungen:

Änderungen im Nahverkehr während der Baumaßnahme

RE 5 (National Express)
Züge der Linie RE 5, National Express (RRX Koblenz – Wesel), verkehren zwischen Koblenz Hbf und Bonn Hbf in geänderten Fahrzeiten. Diese Fahrten werden von TransRegio übernommen. Ein neuer Pendelzug verkehrt zwischen Bonn Hbf und Köln/Bonn Flughafen über Roisdorf, Sechtem, Brühl und Hürth-Kalscheuren. Die Züge verkehren planmäßig zwischen Köln Hbf und Wesel. Zwischen Hürth-Kalscheuren und Köln Hbf fallen die Züge aus. Es besteht ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Brühl und Köln Hbf. Alternativ können Fahrgäste auch bis Köln/Bonn Flughafen fahren und dort auf eine S-Bahn/RE-Linie nach Köln umsteigen.

RB 26 (MittelrheinBahn)
Züge der Linie RB 26, MittelrheinBahn (Koblenz – Köln) enden in Bonn Hbf. Zwischen Bonn Hbf und Brühl stehen alternativ die Züge der Linie RE 5 (RRX) zur Verfügung. Ab Brühl verkehren Busse im Schienenersatzverkehr bis Köln Hbf. Alternativ können Fahrgäste mit dem RE 5 (RRX) bis Köln/Bonn Flughafen fahren und von dort auf eine S-Bahn/RE-Linie nach Köln umsteigen.

RB 48 (National Express)
Der Verkehr der Linie RB 48, National Express (Bonn – Wuppertal) muss zwischen Köln Hbf und Hürth-Kalscheuren entfallen. Morgens und nachmittags verkehren einzelne Fahrten durchgehend ab/bis Bonn-Mehlem, diese Fahrten werden ohne Halt zwischen Hürth-Kalscheuren und Opladen umgeleitet. In den Nebenverkehrszeiten verkehren zwischen Bonn-Mehlem und Brühl stündliche Ersatzzüge, die von der Train Rental GmbH (TRI) erbracht werden. Zwischen Brühl und Köln Hbf verkehren Busse im Schienenersatzverkehr. Alternativ können Fahrgäste auch mit der Linie RE 5 (RRX) bis Köln/Bonn Flughafen fahren und dort auf eine S-Bahn/RE-Linie nach Köln umsteigen.

RE 12 (DB Regio)
Züge der Linie RE 12, DB Regio (Trier – Köln) enden Mo-Fr in Erftstadt / Euskirchen; an Sa+So enden die Züge in Hürth-Kalscheuren. Fahrgäste nach Köln fahren bis Erftstadt und nutzen die dort bereitgestellten Schnellbusse nach Köln. Alternativ besteht in Hürth-Kalscheuren Anschluss an einen Ersatzbus bis Köln-Klettenbergpark; ab dort weiter mit der STR 18 bis Köln.

RE 22 (DB Regio)
Die Linien RE 22, DB Regio (Trier – Köln) und RB 24, DB Regio (Gerolstein – Köln) enden während der Bauarbeiten vorzeitig in Hürth-Kalscheuren. Als Ersatz verkehren Schnellbusse zwischen Erftstadt und Köln Hbf. Um den Pendlerverkehr zu entlasten, werden außerdem Zusatzfahrten zwischen Gerolstein und Köln über Euskirchen und Düren eingerichtet. Um 06:10 Uhr, 07:10 Uhr und 8:10 Uhr verkehren drei Fahrten ab Gerolstein und in Gegenrichtung um 16:21 Uhr, 17:21 Uhr und 18:21 Uhr ab Köln.

RB 28 (Eifel-Bördebahn)
Einzelne Züge der Linie RB 28, Eifel-Bördebahn (Düren – Euskirchen) fallen montags bis freitags im Berufsverkehr aus. Diese Züge werden durch die umgeleiteten Fahrten der Linien RE 22 und RB 24 ersetzt, die jedoch nicht an den Stationen der Eifel-Bördebahn halten. Als Ersatz für die ausfallenden Zwischenhalte stehen die Linienbusse SB 98, 298 und 230 zur Verfügung. An den Wochenenden verkehren die Züge dieser Linie wie gewohnt.

Änderungen im Fernverkehr während der Baumaßnahme
Während der Bauarbeiten kommt es im Fernverkehr zu Umleitungen und Teilausfällen zwischen Koblenz, Bonn und Köln Hbf. Die Fernverkehrszüge halten in dieser Zeit nicht in Köln Hbf, Bonn Hbf, Remagen und Andernach. Ersatzweise halten Züge des Fernverkehrs mit geänderten Fahrzeiten in Köln Messe/Deutz, die IC- und EC-Züge halten zusätzlich in Bonn-Beuel. Die beiden ICE-Direktverbindungen von und nach Berlin entfallen zwischen Bonn/Koblenz und Köln, es bestehen Umsteigeverbindungen mit dem Regionalverkehr über Köln Hbf. Die ICE-Züge über die Schnellfahrstrecke Köln – Frankfurt sind von diesen Änderungen nicht betroffen.

Konzept für den Schienenersatzverkehr und Reisendeninformation
Die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) DB Regio NRW, National Express, TransRegio und Rurtalbahn haben in Abstimmung mit dem Nahverkehr Rheinland (NVR) Ersatzkonzepte erarbeitet, um die Auswirkungen auf die Bahnkunden so gering wie möglich zu halten.

An den wichtigen Haltestellen in Köln Hbf, Bonn Hbf, Erftstadt, Hürth-Kalscheuren und Brühl steht den Reisenden deutlich mehr Servicepersonal zur Verfügung. Rund 4.600 Einsatzstunden sind zusätzlich geplant. Darüber hinaus werden die Wegeleitung und die Information an den Bahnhöfen verstärkt: Mehr als 350 Plakate und 40 Spannspanner an den Stationen sowie 300 Footsteps zur Beschilderung des Weges zu den Ersatzhaltestelle sind geplant.

Pilotprojekt: Aufkleber mit QR-Codes in den Zügen
Im Rahmen der Baumaßnahmen in den Herbstferien starten der Nahverkehr Rheinland (NVR) und die beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen ein Pilotprojekt mit QR-Codes: Damit die Fahrgäste schnell und unkompliziert Informationen zu Baustellenarbeiten und Fahrplanänderungen bekommen, werden in den Zügen Aufkleber mit QR-Codes auf den Rücklehnen der Sitze angebracht. Für die anstehende Baumaßnahme werden rund 6.000 Aufkleber mit QR-Codes in vielen Zügen der Deutschen Bahn (DB), von Transregio (Mittelrheinbahn) und National Express (NX) angebracht. Der QR-Code führt auf die Seite der Baustellen- und Ereignismeldungen auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg. Im Anschluss an den Testlauf wird ausgewertet, wie das neue Angebot von den Fahrgästen angenommen wurde.

Hinweise zu Fahrkarten:
In den Bussen sind keine Fahrkarten erhältlich. Sie müssen online über die Apps der Verkehrsunternehmen oder an den Verkehrsstationen (nicht an den Ersatzhaltestellen) am Automaten oder am Schalter erworben werden. VRS- und NRW-Tickets sind auch bequem als Handyticket über den DB Navigator erhältlich.

Streckenzeitkarten des Fernverkehrs gelten auch auf der Umleitungsstrecke. Für weitere Rückfragen aller Anliegen betroffener Kunden mit Streckenzeitkarten oder Abos steht das jeweilige Abocenter zur Verfügung.

Betroffene BahnCard 100 Kunden können sich an den für sie zuständigen Kundenservice der Deutschen Bahn wenden.

Die Fahrplanänderungen der Deutschen Bahn sind in den Online-Auskunftssystemen enthalten und werden über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben.

Fahrgäste von National Express können sich unter www.nationalexpress.de informieren oder den direkten Kontakt ins Serviceteam unter der Telefonnummer 0221/ 13 999 444 suchen.

Außerdem sind die Fahrplanänderungen unter www.bauinfos.deutschebahn.com/nrw und über die App „DB Bauarbeiten“ abrufbar. Dort kann auch ein Newsletter für einzelne Linien der DB abonniert werden. Weitere Informationen gibt es bei der Bauhotline von DB Regio NRW unter 0202 515 62 515 und dem kostenfreien BahnBau-Telefon unter 0800 5 99 66 55.

Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Die Deutsche Bahn wird den Baulärm auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und bittet die Anwohner um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten. Wir bitten die Reisenden um Verständnis.

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