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Zum Vorschlag P+R-Kombiticket: Zuerst die wichtigen Themen angehen

München, 17.10.2020 (BA/gm)
Der Fahrgastverband PRO BAHN äußerst sich skeptisch zum Vorschlag eines Park+Ride-Kombitickets. „Jede Idee für die Verkehrsverlagerung begrüßen wir. Aber: Dieser Vorschlag klingt zwar gut, aber hat faktisch nur wenig Wirkung“ so Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Denn alle Studien sagen klar: Deutlich effizienter als Park+Ride (P+R) ist ein gutes Angebot bei Bus und Bahn, in Vernetzung mit der Region. 

Aufgrund des hohen Platzbedarfs des Autoverkehrs im Vergleich mit dem platzeffizienten Öffentlichen Nahverkehr stellt P+R nur für eine Minderheit der Fahrgäste einen Vorteil dar. Deutlich besser wäre es, Bus und Bahn in Stadt und Umland besser zu vernetzen: Statt Platz für P+R zu opfern, müssen in vielen Fällen die Bushaltestellen im Bereich von Schnellbahnstation großzügiger und mit kurzen Umsteigewegen ausgebaut werden.

Um zu verhindern, dass der Öffentliche Nahverkehr sich selbst kanibalisiert und zusätzlicher Autoverkehr nach München gelockt wird, darf das Kombiticket nicht billiger sein als ein MVV-Ticket aus dem Außenbereich nach München hinein, beschreibt der PRO BAHN-Sprecher Erkenntnisse der bundesweit durchgeführten Studien. Zudem existiert für Pendler mit MVV-Abo bereits ein P+R-Angebot. Für den MVV-Tarif insgesamt fehlen aber beispielsweise Fahrkarten, die für die Kombination von Telearbeit mit nur wenigen Pendlerfahrten geeignet sind.

PRO BAHN fordert die Münchner Rathauskoalition auf, sich den prioritären Themen des Münchner Nahverkehrs zuzuwenden. „Es fehlt an Abstellplätzen für Bus, Tram und U-Bahn, es fehlt an Geld für ausreichend Fahrzeuge und Werkstätten, es fehlt an Priorität im Straßenraum, das sind Themen die zwar unangenehm sind aber die die entscheidenden sind für die Verkehrswende“ so Andreas Barth weiter.

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