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S2: Der direkte Draht nach Frankfurt und nach Darmstadt rückt näher

Dieburg/Eppertshausen/Münster, 10.01.2021 (BA/gm)
Schon lange setzen sich insbesondere die entlang der Dreieichbahn-Strecke gelegenen Kommunen Dieburg, Eppertshausen und Münster gemein-sam für eine bessere direkte Anbindung des öffentlichen Schienenverkehrs an die Rhein-Main-Metropole Frankfurt ein.

Dieses Ziel ist nun ein großes Stück näher gerückt: Im Rahmen einer umfassenden Vorstudie haben der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Kreis Offenbach und der Landkreis Darmstadt-Dieburg in mehreren Varianten untersucht, wie die beiden Landkreise per Schiene besser miteinander verknüpft werden können: Favorisiert wird eine Verlängerung der S2 bis Dieburg oder in einer zweiten Variante bis Darmstadt. 

Bürgermeister überreichten 2018 ein Positionspapier
Die Bürgermeister Frank Haus (Dieburg), Carsten Helfmann (Eppertshausen) und Joachim Schledt (Münster) äußern sich vorsichtig optimistisch zu den nun bekannt gewordenen Plänen: „Es ist erfreulich, dass offenbar unser langes gemeinsames Drängen auf eine bessere Anbindung des Ostkreises an die Metropole Frankfurt inzwischen ernst genommen wird“, so die Bürgermeister. „Wir werden weiter darauf hinwirken, dass die Forderungen, die wir Kommunen in einem gemeinsam unterzeichneten Positionspapier vom 15.11.2018 an Herrn Staatsminister Al-Wazir gerichtet hatten, erfüllt werden: die Andienung der Kommunen im Halbstundentakt, der zweigleisige Ausbau, wo erforderlich, und die durchgehende Elektrifizierung der Strecke bis nach Dieburg, perspektivisch sogar bis nach Darmstadt. Die S2 ist dabei die von uns allen favorisierte Variante, weil sie die Fahrzeiten in das Zentrum von Frankfurt deutlich verkürzt und eine attraktive Alternative zur Nutzung des PKW sein kann.“

Auch der Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Klaus Peter Schellhaas, betont: „Mit dem Start der Planung für eine Anbindung des Dieburger Landes an das S-Bahn-Netz Rhein-Main wird aus einer Vision Realität und das ist für den Landkreis Darmstadt-Dieburg ein großer Erfolg.“

Dietzenbach-Dieburger Erklärung
Zum Abschluss der Vorstudie verständigten sich die Partner mit dem Land Hessen in der „Dietzenbach-Dieburger Erklärung“ darüber, im nächsten Schritt eine Planungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn zu treffen. Diese beinhaltet eine Vorplanung sowie die Nutzen-Kosten-Untersuchung der beiden Varianten. Im Rahmen dieser Planungen können dann tiefergehende Untersuchungen zum genauen Streckenverlauf, zur Bautechnik und den Umweltwirkungen durchgeführt sowie die Förderwürdigkeit überprüft werden. Erweisen sich die Vorschläge als förderfähig, wäre eine Realisierung der Verlängerung bis Anfang der 2030er-Jahre denkbar.

Variante 1: Verlängerung der S2 bis Dieburg
Das beste Verhältnis von Investitionsmitteln zu den zu erwartenden Vorteilen ergibt die Verlängerung der S2 von ihrem Endpunkt in Dietzenbach über die Dreieichbahn nach Dieburg. Rund 4.500 zusätzliche werktägliche Fahrgäste könnten so hinzukommen. Das Konzept beinhaltet eine 3,1 Kilometer lange Neubaustrecke, um die Lücke im Schienennetz zwischen Dietzenbach und Urberach zu schließen. Ab Urberach könnte die S2 dann die vorhandenen Gleise der Dreieichbahn nutzen.

Durch Elektrifizierung und Ausbau der Bahnsteige wird in dieser Variante die bestehende Infrastruktur für den S-Bahn-Betrieb ertüchtigt. Ziel ist ein Halbstundentakt der S2 in diesem Abschnitt, der die Fahrzeit nach Offenbach und Frankfurt gegenüber der Verbindung mit Umstieg in die Linie S1 um bis zu eine Viertelstunde verkürzt. Auch wird Dieburg von Dietzenbach und Heusenstamm aus deutlich besser erreicht als bislang.

Variante 2: Verlängerung der S2 bis Darmstadt
Die Vorstudie hat zudem aufgezeigt, dass durch eine weitere Verlängerung der Linie S2 über Dieburg hinaus nach Darmstadt zusätzliche 2.000 Fahrgäste gewonnen werden können. Diese Variante hätte nicht nur das größte Fahrgastpotenzial, sondern würde außerdem zu einem südlichen Ringschluss der S-Bahn RheinMain führen und damit den Darmstädter Hauptbahnhof in seiner Bedeutung als Verkehrsdrehscheibe weiter stärken.

Mittelfristig Halbstundentakt auf Dreieichbahn ermöglichen
Um schon vor einer S-Bahn-Verlängerung bereits in wenigen Jahren eine Verbesserung des Verkehrsangebotes auf der Dreieichbahn zwischen Rödermark-Ober Roden und Dieburg erreichen zu können, soll der derzeitige Haltepunkt Eppertshausen zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden. Die von Frankfurt bzw. Dreieich-Buchschlag kommenden Züge können dann halbstündlich anstatt wie heute nur stündlich nach Dieburg verlängert werden. (Stand 22.12.2020)

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