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Stuttgart: Der digitale Ausbau des Bahnknotens ist in aller Munde

Neues interaktives Exponat im ITS macht Gäste zu Zugführern im Digitalen Knoten Stuttgart • Was dies bedeutet, können Gäste im ITS ab sofort hautnah selbst erfahren

Stuttgart, 07.08.2022 (BA/gm)
Die Ausstellung rund um Stuttgart 21, direkt neben Gleis 16 des Stuttgarter Hauptbahnhofs, präsentiert ab sofort den Besucherinnen und Besuchern ein neues interaktives Exponat. Der vereinfacht aufgebaute Fahrsimulator bringt den Gästen auf unterhaltsame Weise die Wirkung digital-gestützten Fahrens nahe. „Der Digitale Knoten Stuttgart ist in aller Munde. Wie die Technik funktioniert und welche Vorteile sie für den Reisenden bringt, wollten wir in unserer Ausstellung anschaulich präsentieren“, so Franziska Röhm, Leiterin der Ausstellung „InfoTurmStuttgart“ (kurz ITS).

„Dafür haben wir uns der komplexen Materie genähert und versucht zu vereinfachen, wo es ging. Das Ziel des Fahrsimulators ist es, pünktlich und energieeffizient mit der S-Bahn, dem Regionalzug oder dem ICE einzelne Strecken zu befahren und ausgewählte Bahnhöfe zu erreichen.“ In der Simulation fährt die S-Bahn zwischen Stuttgart Hauptbahnhof (tief) und der neuen Station Mittnachtstraße. Der Regionalzug und der ICE fahren zwischen dem neuen Hauptbahnhof Stuttgart und dem Stuttgart Flughafen Fernbahnhof auf den Fildern. Verschiedene Level mit jeweils einer gewissen Zahl von Hinweisen zeigen auf, wie wichtig die digitalen Informationen für ein optimales Fahrverhalten sind. 

Zur Realisierung der Idee haben sich alle Partner des Digitalen Knoten Stuttgart (kurz DKS) zusammengeschlossen und mit Fach- und Sachverstand die Grundlagen für das Exponat erarbeitet. Die Vereinsmitglieder Land Baden-Württemberg, Verband Region Stuttgart, DB Regio S-Bahn Stuttgart sowie die an der Umsetzung beteiligten Unternehmen Alstom und Thales Deutschland haben in mehreren Sitzungen über ein gesamtes Jahr hinweg das neue Exponat zusammen entwickelt. Auch an den Kosten in Höhe von rund 95.000 Euro haben sich alle DKS-Partner beteiligt.

Die Umsetzung und Programmierung des neuen Exponats erfolgte über die in Stuttgart-Vaihingen ansässige, auf interaktive Medien spezialisierte Digitalagentur LIGHTSHAPE.

„In der neuen Ausstellung folgen wir dem Grundsatz, den Besuchern die komplexen Sachverhalte spielerisch, interaktiv und unterhaltsam zu erklären. Kurz: Wir bieten Infotainment auf hohem Niveau“, so Röhm abschließend. Mit neuen Wandtexten und digitalen Inhalten auf den Monitoren können neben dem Spieleexponat vertiefende Informationen abgerufen werden. Das Exemplar einer echten Balise, die im DKS verbaut wird, ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

Infoblock zum InfoTurmStuttgart (ITS):
Der Verein Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V. ist Betreiber des Ausstellungsgebäudes „InfoTurmStuttgart“ und hat satzungsgemäß den Auftrag, die Öffentlichkeit unter Verwendung modernster Technik über das Bahnprojekt zu informieren. Das ITS ist unter der Woche von 9-19 Uhr und am Wochenende von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei. Neben den Exponaten auf den drei Ausstellungsebenen bietet die Dachterrasse im vierten Stock einen guten Einblick in die Bahnhofsbaustelle. Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Führungsangebot auf www.its-projekt.de

Infoblock zum Digitalen Knoten Stuttgart (DKS)
Im Rahmen des Digitalen Knoten Stuttgart (DKS) werden die Landeshauptstadt und die Region als einer der ersten großen Knoten weltweit mit moderner Digitaler Leit- und Sicherungstechnik (DLST) ausgerüstet. Dies geschieht erstmals in einem großen Knoten in Deutschland.

Es entstehen unter anderem digitale Stellwerke, die damit Stellwerke von vor fast hundert Jahren ablösen. Die konventionellen Signale werden durch das digitale European Train Control System (ETCS) ersetzt. Erstmals wird die Bahntechnik für maximale Leistungsfähigkeit und besonders hohe Verfügbarkeit optimiert. Bis 2030 werden rund 500 Netzkilometer Schritt für Schritt in Betrieb gesetzt. Darunter 2025 die neue Infrastruktur von Stuttgart 21 und die S-Bahn-Stammstrecke. Damit einhergehen technische Erstanwendungen wie automatisierter Fahrbetrieb mit Triebfahrzeugführer (ATO GoA 2), der neue und 5G-basierte Bahnbetriebsfunk FRMCS sowie das Kapazitäts- und Verkehrsmanagementsystem CTMS. Das Pilotprojekt DKS ist Teil des Starterpakets der Digitalen Schiene Deutschland, in dessen Rahmen bis 2030 die Grundlagen für die in den 2030er-Jahren geplante flächenhafte Einführung gelegt werden.

Die Infrastruktur im Kern des Knotens wird durch die Firma Thales Deutschland (Ditzingen) ertüchtigt. Das Unternehmen Alstom rüstet über 450 Triebzüge (S-Bahn, Regionalzüge und Doppelstock-Regionaltriebzüge) mit den notwendigen Techniken aus. Der Fernverkehr ist mit der digitalen Technik weitestgehend ausgestattet.

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