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Fahrpreiserhöhung der Bahn: unangemessene Belastung für Fahrgäste

Gift für den Klimaschutz

Berlin, 30.09.2022 (BA/gm)
Am vergangenen Mittwoch kündigte die Deutsche Bahn eine Fahrpreiserhöhung um durchschnittlich 4,9 Prozent ab dem 11. Dezember 2022 an.

Das Bündnis Bahn für Alle hat dazu eine klare Meinung: „Die Fahrpreiserhöhung ist der falsche Weg: Sie belastet die Menschen, die bereits unter Inflation und rasant steigenden Energiekosten leiden, zusätzlich in unangemessener Weise. Gleichzeitig wirkt sie wie Gift auf die aus Klimasicht dringend nötige Verkehrswende“, sagt Carl Waßmuth, Sprecher des Bündnisses Bahn für Alle. „Gerade in der Energiekrise ist es wichtig, dass noch mehr Menschen auf ökologische, kollektive Verkehrsmittel umsteigen.“ 

Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Bahn höhere Energiekosten zu decken habe. Das darf aber nicht auf Kosten der Fahrgäste geschehen. Würde der Bund das Dienstwagenprivileg und die Dieselsubventionen abschaffen, könnte man nicht nur die Mehrkosten der Bahn decken, sondern auch noch dringend erforderliche Investitionen stemmen. Auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Qualitätsmängel des DB-Fernverkehrs – weniger als 60 Prozent der Fernzüge sind noch pünktlich – ist die Preiserhöhung nicht angemessen.

Strategisch falsch ist es, dass die Dauernutzer der Bahn besonders belastet werden. Die Spreizung zwischen Normalpreis und Sparangeboten, deren Einstiegspreis gleichbleiben soll, wird größer. Damit wird die Kundschaft immer mehr zu Schnäppchen-Jägern statt zu Dauer-Bahnnutzern. Auch die saftige Verteuerung der BahnCards (ein Plus von fast fünf Prozent), die eigentlich Dauerkunden binden sollen, trifft vor allem die Vielfahrer, zumal schon die Partner-BahnCard in diesem Jahr abgeschafft wurde. Nach dem Neun-Euro-Ticket-Sommermärchen sind all die Preiserhöhungen im Fernverkehr ernüchternd im Hinblick auf eine Verkehrswende.

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