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EVG Sachsen-Anhalt: Deutschlandticket kommt

Dazu braucht es dreimal mehr: Personal, Infrastruktur und Fahrzeuge

Berlin, 07.11.2022 (BA/gm)
Der Landesverband Sachsen-Anhalt der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sieht das Deutschlandticket mit gemischten Gefühlen. Neben fehlenden Streckenreaktivierungen machen der EVG auch die viel zu geringe Personaldecke und die zu wenig vorhandenen Fahrzeuge große Sorgen. Das kommentiert Janina Pfeiffer, Vorsitzende des EVG-Landesverbandes Sachsen-Anhalt.

EVG-Landesvorsitzende Janina Pfeiffer kommentiert: „Das 9€-Ticket war nicht nur ein Erfolg in Richtung ökologischer Verkehrswende, sondern auch ein gemeinsamer Kraftakt, der viele Beschäftigte an den Rand der körperlichen und physischen Belastung gebracht hat – und weit darüber hinaus. Nach wie vor und auch beim 49-Euro-Ticket klemmt es an allen Ecken. Auf Stellwerken, in den Bahnen und auf den Bahnhöfen möchten die Kolleginnen und Kollegen den besten Service bieten, verwalten aber im Prinzip nur Mängel. 

Weder heutiges Personal noch Fahrzeug- oder Infrastrukturkapazitäten sind in weiten Teilen auf die Menge an künftigen Fahrgästen ausgelegt. Vor allem die Landespolitik steht klar in der Pflicht. Die Gelder, die der Bund für den Ausbau des Schienenverkehrs bereitstellt, werden seit Jahren für die Finanzierung von Schülerverkehren verwendet. Das Geld wird aber dringend für den Ausbau und die Instandhaltung des Schienennetzes gebraucht. Hier muss das Land sofort handeln!

Wir kritisieren, dass das Ministerium nicht pro-aktiv in den Ausbau von Bussen und Bahnen investiert. Gerade in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt, hängt die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs von der Menge des Angebots ab. Besseres Angebot, steigende Nachfrage! Uns fehlt offen gesagt – ein Plan der Ministerin. Bis heute prüft das Land keine einzige Strecke auf Reaktivierung und lässt damit den ÖPNV in Sachsen-Anhalt links liegen.

Der EVG-Landesverbandsvorstand fordert, dass das Ministerium für Infrastruktur und Digitales sowie das Land endlich ihre Hausaufgaben machen und das vorhandene Geld zielgerichtet einsetzen. Es darf jetzt nicht länger bei einmaligen ad-Hoc Maßnahmen bleiben. Die sozial-ökologische Verkehrswende muss auch im Nahverkehr entschieden vorangebracht werden. Dafür braucht es nachhaltig mehr Geld sowie bessere Arbeits- und Sozialbedingungen. Wir werden den Druck hochhalten!“

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