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Eine Tram für Kiel – Stadt folgt Rambolls Empfehlungen

Kiel, 20.11.2022 (BA/gm)
In einer umfangreichen Machbarkeitsstudie zeigten Rambolls Experten, dass eine Tram auf eigener Trasse die beste und zukunftsfähigste Option für den ÖPNV in Kiel ist. Am 17. November 2022 beschloss die Ratsversammlung offiziell: Kiel bekommt eine Stadtbahn und läutet damit einen Meilenstein der Mobilitätswende ein.

In der Studie, die bereits 2020 gestartet war, untersuchte Rambolls Team für urbane Verkehrsplanung verschiedene Streckenverläufe, die Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern, erstellte eine Modellierung und ein Betriebskonzept, das auch Fuß- und Radwege mit einbezog. 

Nachdem bereits am 26. Oktober 2022 der Wirtschafts-, Bau-, Innen-, und Umweltausschuss in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit für die Stadtbahn stimmte, fiel am 17. November 2022 in der Ratsversammlung die endgültige, formale Entscheidung für die Stadtbahn. Das bestehende Bussystem wird integriert und das neue ÖPNV-System wird mit Sicherheit Vorbild sein für kommende Projekte in anderen Städten. „Wir sind stolz, dass wir unsere Expertise einbringen konnten, um einen großen Schritt in Richtung Klimaneutralität zu gehen und der Stadt Kiel zu helfen, Vorbild für andere Städte zu werden“ beschreibt Projektleiter Nils Jänig die Zusammenarbeit mit der Stadt Kiel.

Interdisziplinäre und globale Expertise für ein einzigartiges Projekt
Bei Ramboll arbeiten Experten in einem interdisziplinären Team für Verkehrs- und Landschaftsplanung sowie Bürgerbeteiligung zusammen. Das Team besteht unter anderem aus Kollegen aus Helsinki und Kiels Partnerstadt Aarhus, die ihre Expertise aus ähnlichen Projekten in Finnland und Dänemark einbringen konnten. So wurde eine ganzheitlich nachhaltige Planung umgesetzt: „Am Beispiel Kiel können wir zeigen, wie die Mobilitätswende gelingen kann: Ein altbekanntes Verkehrsmittel wird in die moderne Stadtplanung integriert und es entsteht ein hochwertiges Verkehrssystem für alle“ erklärt Jänig. Das künftige Tramnetz verbindet die Stadt nachhaltig.

Höherer wirtschaftlicher Nutzen und optimale Integration ins Stadtbild
Für die Bewertung der beiden untersuchten Optionen – Bus-Rapid-Transit-System und Tram – untersuchte Ramboll über 46 Kriterien: unter anderem Nutzungsfreundlichkeit, Betriebsablauf, Kosten und Umweltaspekte mit messbaren Auswirkungen auf die Lebensqualität in der Stadt. Bei der Entwicklung der Kriterien flossen auch Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung ein. Alle Kriterien wurden auf Grundlage einer festgelegten Bewertungssystematik qualitativ und quantitativ bewertet. Um die Systeme vergleichbar zu machen, wurde für alle Kriterien Punkte auf einer Skala von „nicht erfüllt“ (0 Punkte) bis „voll erfüllt“ (10 Punkte) vergeben.

Punkten konnte die Stadtbahn vor allem bei Leistungsfähigkeit, urbaner Integration, Betriebskosten und Förderfähigkeit. Auch beim Thema Umwelt schneidet die Tram besser ab, da sie mehr zu einer an den Klimawandel angepassten Straßenraumgestaltung beiträgt: Während beim BRT für die Trasse große Flächen versiegelt werden müssten, können für die Tram in weiten Teilen begrünte Rasengleise eingesetzt werden. Vor allem aber schneidet die Tram bei den langfristigen Betriebskosten günstiger ab. Für jeden Euro, den die öffentliche Hand in die Tram investiert, wird ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 1,47 Euro erwartet (beim BRT-System nur 1,10 Euro). „Die Tram ist das deutlich nachhaltigere und zukunftsfähigere Verkehrssystem für eine große Stadt wie Kiel“, fasst Jänig die Ergebnisse der Trassenstudie zusammen.

Nach der finalen Weichenstellung geht es nun in die weitere Planungs- und Bauphase – und auch hier wird die gute Zusammenarbeit der Stadt mit Ramboll fortgeführt. Die erste Linie soll dann zwischen 2033 und 2034 in Betrieb genommen werden.

Über Ramboll
Ramboll ist eine internationale Ingenieur-, Architektur- und Managementberatung, die 1945 in Dänemark gegründet wurde. Die 17.000 Experten sind das Herzstück von Ramboll. Sie entwickeln nachhaltige, eigenständige und multidisziplinäre Lösungen in den Bereichen Hochbau, Transport & Infrastruktur, Wasser, Architektur & Landschaftsarchitektur, Energie, Umwelt & Gesundheit und Management Consulting.

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