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Historische Chance TSMC: Öffentlichen Verkehr im Dresdner Norden ausbauen

Fahrgastverband PRO BAHN fordert Verbesserung der Bahnanbindung im Dresdner Norden

Dresden, 20.09.2023 (BA/gm)
Anfang August 2023 kündigte der weltgrößte Halbleiterhersteller TSMC den Bau einer Fabrik im Dresdner Norden an. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, bei der verkehrlichen Anbindung des neuen Chipwerks komplett neu zu denken und sowohl die S-Bahn als auch die Straßenbahn zum Werk zu verlängern sowie das Pendeln für Arbeitskräfte aus der Lausitz attraktiv zu machen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland fordert die Stadt Dresden, den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) sowie das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), für die Anbindung des neuen Chipwerks von TSMC an den öffentlichen Verkehr aktiv zu werden. 

Dazu muss die S2 vom Dresdner Flughafen bis nach Boxdorf zu verlängert werden. Dabei sollte die Strecke möglichst die Gewerbegebiete am Flughafen, in Wilschdorf und in Boxdorf anbinden. „Dies bietet sich gerade im Rahmen der gewollten Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene an.“, so Michael Koch, Sprecher der Regionalgruppe Dresden des Fahrgastverbands PRO BAHN. Weiterhin meint er: „Auch das touristische Potenzial einer solchen Verbindung ist nicht zu unterschätzen: Von Boxdorf aus verkehren Buslinien zum Barockschloss Moritzburg, zur Lößnitzgrundbahn und zu den Städten Großenhain und Radebeul.“

Aufgrund der langen Planungszeiten ist hierbei Eile geboten: Die zuständigen Stellen müssen sich zeitnah zusammen setzen, um die Planung und Umsetzung schnellstmöglich anzustoßen.

Die maximale Wirkung kann diese Verlängerung durch Ausbau und Elektrifizierung der Strecke von Dresden nach Görlitz erreichen. „Mit einem schlanken Übergang in Dresden-Klotzsche könnten Pendler aus Görlitz in knapp einer Stunde, und aus Bautzen in knapp einer dreiviertel Stunde am Werk sein. Eine einmalige Chance für die Lausitz!“, bewertet Lukas Iffländer, Pressesprecher für PRO BAHN in Mitteldeutschland das Potenzial.

Die Ansiedlung von TSMC ist die größte Ansiedlung eines Unternehmens in der Region Dresden. Die aktuelle Anbindung im Industriegebiet ist eine Stadtbuslinie im 30-Minuten-Takt, welche mit normalen Solo-Fahrzeugen betrieben wird. Auch eine Taktverdichtung und der Einsatz von Gelenkbussen würde die Kapazitäten nicht ausreichend erhöhen. Die mögliche Alternative der Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 von Hellerau zum Gewerbegebiet, ist sinnvoll, erreicht alleine aber nicht die Wirkung wie in Kombination mit der S-Bahn. Bei einer Verlängerung mindestens bis zur S-Bahn entstehen neue Umsteigebeziehungen und Alternativen für den Störfall.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die beteiligten Institutionen auf, hier unverzüglich tätig zu werden. Wo heute noch keine positiven Entscheidungen gefällt werden, muss die Möglichkeit einer späteren Realisierung durch Flächenfreihaltung und Bauvorleistungen abgesichert werden.

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