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Neuer Fahrplan, neue Nachtzüge, viele Baustellen

Zwei neue Nachtzüge verbessern die internationale Anbindung Dresdens • Im Regionalverkehr gibt es dagegen baubedingt zahlreiche Einschränkungen im kommenden Jahr • Die Angebotsreduzierungen in der Region Dresden bleiben weiter bestehen

Dresden, 26.11.2023 (BA/gm)
Mit dem neuen Fahrplan wird das Nachtzugangebot für Dresden ausgebaut: Der Nightjet, der bisher von Berlin über Breslau nach Wien und Budapest fuhr, wird ab dem Fahrplanwechsel wieder auf seiner ursprünglichen Route über Dresden verkehren, die er als EuroNight „Metropol“ bereits bis zum Fahrplanwechsel 2017 befahren hat. „Leider ist es nicht möglich, den Zug mit den normalen Spar- oder Flexpreisen der DB zu nutzen“, kritisiert Michael Koch, Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN für die Region Dresden, und erinnert: „Im Jahr 2017 wurden in Dresden einige zusätzliche Wagen inklusive Speisewagen an- und abgekoppelt. Jetzt muss man bei den ÖBB ein Ticket zum Festpreis von 29 Euro kaufen, mit dem man dann nur im Rahmen der Kapazitäten der Sitzwagen aus Wien fahren kann.“ Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert hier DB und ÖBB auf, eine Tarifkooperation wie auf den Strecken von Zürich nach Hamburg, Amsterdam, Prag und Berlin einzugehen. Ab März 2024 plant der Anbieter European Sleeper, seinen Nachtzug Brüssel – Amsterdam – Berlin über Dresden bis Prag zu verlängern, sodass an 3 Tagen in der Woche eine weitere Nachtzugverbindung für Dresden hinzukommt. 

Für Pendler aus der Lausitz gibt es eine negative Veränderung: Im Zuge des Neubaus des Kreuzungsbauwerkes am Dresdner Hauptbahnhof kommt es zu Einschränkungen. Die Trilex-Züge in Richtung Görlitz und Zittau (RE1/2 und RB60/61) verkehren zwar weiter ab Dresden Hbf, allerdings 5 Minuten früher. In Dresden-Neustadt erhöht sich die Aufenthaltszeit entsprechend, sodass sich die Reisezeit für viele Fahrgäste verlängert. Die Züge des RE50 zwischen Leipzig und Dresden haben ab Ende Januar 2024 einen baubedingten Aufenthalt von 11 Minuten in Riesa. Zudem entfällt der Halt Radebeul Ost.

Die Angebotsreduzierungen bei der S-Bahn Dresden bleiben mit ungewissem Enddatum bestehen. Auch mit einer Verbesserung der Fahrzeugsituation ist nicht zu rechnen. „Hier sind DB Regio und der Verkehrsverbund Oberelbe gefordert, endlich ein Ersatzkonzept vorzulegen, das die Probleme löst oder zumindest die Folgen abmildert. Dazu gehört auch der Einsatz von anzumietenden Ersatzzügen, wie es die Mitteldeutsche Regiobahn im Rahmen der Notvergabe des VVO-Dieselnetzes bereits getan hat“, so Michael Koch, „außerdem müssen DB Regio und der VVO die betroffenen Pendler endlich angemessen entschädigen.“

Das Fahrplanbuch des VVO soll zum Fahrplan 2024 das letzte Mal erscheinen. „Nicht jeder besitzt ein Smartphone. Mit der Abschaffung des Fahrplanbuchs entfällt eine Möglichkeit, sich über das ÖPNV-Angebot zu informieren. Damit wird insbesondere auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht genommen“, ärgert sich Lukas Iffländer, Sprecher vom Fahrgastverband PRO BAHN.

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