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Ausstellung informiert über Umweltpolitik in der DDR

Minister: „20 Jahre nach der Einheit Umweltfrevel nicht vergessen“
Dresden/Görlitz, 12.10.2009 (BA)

In Anwesenheit von Sachsens Umweltminister Frank Kupfer ist heute (12. Oktober 2009) in Görlitz die Ausstellung „Anspruch und Wirklichkeit – Die Energie- und Umweltpolitik in der DDR am Beispiel des Energieträgers Braunkohle“ eröffnet worden. Die Ausstellung wurde vom Verein „Umweltbibliothek Großhennersdorf“ erarbeitet. Sie zeigt anhand heute zugänglicher Quellen Fakten und Zusammenhänge der Energiewirtschaft der DDR und deren Auswirkungen auf die Umwelt, besonders mit Blick auf die Oberlausitzer Neißeregion. Dargestellt wird auch, welche Zukunft bei einem Fortbestehen der DDR für die Region vorgesehen war.

„Bei aller Freude über den 20. Jahrestag der friedlichen Revolution dürfen wir die Zeit davor nicht vergessen“, so Umweltminister Frank Kupfer. „Die Zustände von damals sind heute kaum noch vorstellbar. Umweltinformationen unterlagen seit 1982 strengster Geheimhaltung. Und die Führung der DDR wusste genau, warum. Bei den katastrophalen Zuständen war es kein Wunder, dass viele der ersten Oppositionsgruppen aus der Umweltbewegung entstanden“. Die Ausstellung mache in eindrucksvoller Weise deutlich, wie gering die Bedeutung war, die die DDR der Umwelt beimaß. „Der Bolschewistenführer Lenin hatte schon 1917 die Parole ausgegeben ‚Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung’. Die Umwelt spielte dabei keine Rolle. Diese Ideologie hat die DDR bis 1989 verfolgt. Wert war die Umwelt nur dann etwas, wenn sie dem Aufbau des Sozialismus nicht im Wege stand“, so der Minister weiter.

Die Ausstellung ist in der ehemaligen Synagoge Görlitz, Otto-Müller-Straße 3, 02826 Görlitz, noch bis zum 28. November 2009 zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis samstags, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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