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RUBIN hat alle Hürden genommen

Dem regulären Fahrgastbetrieb auf der ersten automatisierten U-Bahn-
Linie Deutschlands ab 15. Juni 2008 steht nichts mehr im Wege
Nürnberg, 02.05.2008 (BA)
Die gute Nachricht erreichte die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg noch am Mittwoch, 30. April 2008, spätabends: Die Technische Aufsichtsbehörde bei der Regierung von Mittelfranken, kurz TAB, hat die Genehmigung für den Fahrgastbetrieb auf der neuen Nürnberger U-Bahn-Linie U3 erteilt. Die TAB und die Gutachter haben in den letzten eineinhalb Wochen – erst am 20. April war der Erprobungsbetrieb durch die VAG beendet worden – noch einmal sämtliche Unterlagen geprüft, Abschlussberichte geschrieben und gemeinsam mit Siemens sowie der VAG besprochen. Insgesamt waren die TAB sowie das von ihr beauftragte 20-Mannstarke Gutachtergremium um den vereidigten Sachverständigen und Gesamtgutachter Dr. Hans Kron von Beginn an in das Projekt involviert, haben jeden Prozessschritt intensiv begleitet. Die Zulassung zum Fahrgastbetrieb war der letzte Baustein. Alle Gutachter haben dem Gesamtsystem zugestimmt.

„Das ist eine tolle Nachricht“, freut sich Herbert Dombrowsky, Vorstandsvorsitzender der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg. „Die Freude geht bei uns im Haus durch alle Einheiten. Wir haben gemeinsam mit der Siemens AG sowie allen, die in das Projekt eingebunden sind, von der
Stadt Nürnberg über alle Lieferanten bis hin zur Technischen Aufsichtsbehörde und den Gutachtern seit der Auftragsvergabe im Jahr 2001 intensiv an der Realisierung des Projektes gearbeitet. Das Gefühl jetzt ist vergleichbar mit einer langen und anstrengenden Bergwanderung, wenn man dann endlich am Gipfel steht und anfängt die Aussicht zu genießen.

Wir freuen uns insbesondere aber auch für unsere Fahrgäste, die nun bald in den Genuss der neuen U-Bahn-Linie U3 kommen werden und denen wir mit dieser Linie wiederum ein deutlich verbessertes ÖPNV-Angebot bieten können.“ Auch der zuständige Fachvorstand, Dr. Rainer Müller, ist froh, dass die letztlich erlösende Nachricht von der TAB da ist. „Wir waren uns zwar ziemlich sicher, dass der Genehmigung nichts mehr im Weg stehen würde, das letzte Wort hat aber wie bei allen Zulassungsverfahren die TAB, die ja auch eine große Verantwortung trägt.“

Noch jede Menge Arbeit bis zur Eröffnung
Die offizielle Eröffnung der U3 ist für Samstag, 14. Juni 2008 terminiert. Am Sonntag, 15. Juni erfolgt dann der reguläre Fahrplanwechsel und damit beginnt der reguläre Fahrbetrieb auf der U3. Bis es soweit ist, laufen bei der VAG die Vorbereitungen noch einmal auf Hochtouren. So steht in diesen
Tagen wieder ein Software-Wechsel an, der das gesamte System wiederum optimiert. Außerdem wird die VAG bis zur endgültigen Betriebsaufnahme weiter Betrieb ohne Fahrgäste machen, im Grunde wie im Erprobungsbetrieb. So wird einmal das erreichte Qualifikationsniveau in der Zentralen Serviceleitstelle gehalten, zum anderen können die VAG und Siemens die Zeit nutzen, das System weiter hinsichtlich der Verfügbarkeit zu optimieren, um Störungen des Betriebs auf ein Minimum zu begrenzen. „Ganz werden sich Störungen aber in der ersten Zeit des Fahrgastbetriebs nicht vermeiden lassen. Wichtig ist aber, dass das System so aufgebaut ist, dass es immer zur sicheren Seite hin reagiert. Das hat der Erprobungsbetrieb eindeutig belegt und haben uns auch die Gutachter sowie auch die Technische Aufsichtsbehörde mit ihrer Genehmigung bestätigt“, erläutert Müller.

Vor der offiziellen Inbetriebnahme wird die VAG ihren Fahrgästen auch erste Schnupperfahrten anbieten. Diese werden demnächst sonn- und feiertags stattfinden und dann allmählich auch auf Werktage ausgedehnt. Ziel dieser ersten Fahrten mit Fahrgästen ist es für die VAG auch, Erfahrungen im Fahrgastbetrieb zu gewinnen. Das betrifft alleine schon den Fahrgastwechsel an den Bahnhöfen. Hierfür ist für jeden Bahnhof die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hinterlegt.

Neu wird für die Fahrgäste auch sein, dass die Türen, wenn der Schließvorgang einmal eingeleitet ist, nicht mehr ganz öffnen, sondern nur noch so weit aufgehen (teilreversieren), dass eingeklemmte Personen sich befreien können oder Gegenstände befreit werden können. Der berühmte Regenschirm oder Gehstock, der noch schnell in die zulaufenden Türen geklemmt wird, öffnet die Türen künftig nicht mehr zum Einstieg.

Das optisch-akustische Signal bei der Abfertigung der Fahrzeuge ist schließlich die Aufforderung an die Fahrgäste stehen zu bleiben und die nächste U-Bahn abzuwarten, keinesfalls aber eine Einladung, noch schnell einzusteigen. Dies gilt übrigens für den automatisierten Betrieb wie den konventionellen Betrieb mit Fahrgästen.

Auf Hochtouren laufen bei der Stadt Nürnberg sowie der VAG auch die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier am 14. Juni, zu der sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der bayerische Europaminister und Nürnberger Markus Söder angesagt haben.

Jede Menge zu tun, gibt es darüber hinaus auch bis ins kleinste Detail und quasi zur letzten Minute. Zwei Beispiele: Die Bahnhöfe entlang der Strecke werden beispielsweise nach Pfingsten gründlich gereinigt, das gilt sowohl für die Gleisbereiche wie auch die Bahnsteige. Wo erforderlich, wie z. B. am Hauptbahnhof, werden auch noch einmal Wände und Decken gestrichen. Außerdem werden unmittelbar vor der Eröffnung noch alle Fahrplankästen auf den neuen Stand gebracht.

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