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Drei Jahre SLB Pinzgauer Lokalbahn

Fahrgastzahlen übertreffen Erwartungen – Erfolgreiche Kooperationen, Rad- und Dampfsaison ab Mai – Heizhaus Tischlerhäusl um 1,4 Mio € saniert

Salzburger Lokalbahn (SLB)Salzburg, 13.05.2011 (BA/kmn)
„Die Fahrgastzahlen übertreffen eindeutig unsere Erwartungen“, berichtet Bürgermeister Hans Warter im Rahmen eines Pressegesprächs am 12. Mai in Zell am See. Der Piesendorfer Bürgermeister ist Vorsitzender des Beirates der SLB Pinzgauer Lokalbahn. Der jüngste Quartalsvergleich bestätigt, dass immer mehr Pinzgauer und Urlaubsgäste die Schmalspurbahn für Beruf, Schule und Freizeit nutzen: Die Zahl der Fahrgäste im ersten Quartal 2011 hat sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2009 verdoppelt. Der direkte Vergleich ist nicht ganz korrekt, da 2009 noch nicht die gesamte Strecke befahren wurde. „Der Fahrgastzuwachs freut mich sehr, da wir vor drei Jahren nicht mit einer so schnellen positiven Entwicklung gerechnet haben“, fügt Hans Warter hinzu. Die Salzburger Lokalbahn wurde am 8. Juli 2008 als Betreiberin der Strecke durch das Land Salzburg eingesetzt.

Im Februar 2011 wurden erstmals mehr als 3.000 Fahrgäste pro Tag gezählt. Für 2011 werden über 800.000 Fahrgäste erwartet. Hans Warter sieht in der steigenden Nachfrage den Bedarf bestätigt: „Die Pinzgauer Lokalbahn zeigt, dass mehr Menschen die Bahn nutzen, wenn das Angebot stimmt.“

Fahrgastzahlen SLB Pinzgauer Lokalbahn

Erfolgreiche Kooperationen im Tourismus
Mit Kundenorientierung und den Verantwortlichen direkt vor Ort ist die Schmalspurbahn auch in touristischer Hinsicht erfolgreich unterwegs. „Die Pinzgauer Lokalbahn hat sich in den letzten Jahren als verlässlicher Partner für touristische Angebote etabliert“, lobt Bürgermeister Hans Warter. Der Piesendorfer Bürgermeister ist Vorsitzender des Beirates der SLB Pinzgauer Lokalbahn. „Die Errichtung von neuen Haltestellen in der Nähe von Seilbahnen hat sich mittlerweile als zukunftsweisende Entscheidung bestätigt“, so der Vorsitzende. Die Haltestellen „Hollersbach Panoramabahn“ und „Areitbahn“ in Zell am See wurden in Gehweite zu den Talstationen der Seilbahnen errichtet.

Die Aktion „Skipass = Fahrkarte“ ist das erfolgreichste Winter-Angebot. In der Skisaison 2009/10 gab es erstmals eine Kooperation mit der Hollersbacher Panoramabahn. Im heurigen Winter 2010/11 wurde die SVV-Aktion auf das Familien-Skigebiet Wildkogel und den sogenannten ‚Wennser Gletscher‘, einem Anfängerlift in Bramberg Wenns, erweitert. Mit einem gültigen Skipass brachte dabei die SLB Pinzgauer Lokalbahn zwischen Dezember und Mai insgesamt mehr als 15.000 Fahrgäste zur Piste. Die Zahlen bestätigen auch heuer wieder: Wenn ein Angebot passt, wird es auch angenommen und das Auto bleibt in der Garage. Noch dazu nützen Jugendliche und Schulklassen die Bahn zu jenen Fahrzeiten, die sonst weniger ausgelastet sind. Weitere gut gebuchte Angebote waren Wintermärchen- und Rodelzug.

Saisonauftakt mit Fest am 21. Mai 2011
Die Rad- und Nostalgiesaison im Oberpinzgau wird heuer erstmals mit einem Fest am 21. Mai eröffnet. Erster Teil des Festakts wird die Loktaufe am Bahnhof Neukirchen sein. Ein Sonderzug bringt die Festgäste anschließend nach Mittersill. Der jetzt auch außen komplett renovierte Bahnhof Mittersill bietet für den zweiten Teil des Festakts einen perfekten Rahmen. Den Abschluss bildet die feierliche Eröffnung der neuen Ausstellung im Felberturm-Museum „Pinzgauer Lokalbahn – Geschichte und Gegenwart“ mit gleichzeitiger Präsentation eines neuen Modells der modernen Wendezüge.

Bürgermeister Mag. Erich Czerny, Geschäftsführer des Regionalverbands Oberpinzgau: „Lokalbahn punktet bei Nachtschwärmern, Nostalgie- und Radfans“
„Es ist schön, dass die Dampflok heuer wieder regelmäßig bis Krimml fährt“, sagt der Krimmler Bürgermeister Mag. Erich Czerny. Der beliebte Nostalgiezug wird in der Sommersaison 23 Mal nach Krimml schnaufen: jeden Donnerstag von 2. Juni bis 13. Oktober (außer 18. und 25. Aug.) und jeden ersten Sonntag im Monat von Juni bis Oktober. Urlaubsgäste profitieren auch heuer wieder von den Kooperationen mit Touristik-Partnern vor Ort: Inhaber der Zell am See-Kaprun Karte zahlen bei allen Dampfzugfahrten um 30 % weniger, Gäste mit der All-inclusive-Card „Hohe Tauern“ können einen Tag gratis mit dem Zug fahren. Bei Vorlage der Card erhalten sie ein Tagesticket Zell am See – Krimml im Wert von 18,20 € (Erw.).

Ab 14. Mai 2011 ist die SLB Pinzgauer Lokalbahn für die Radsaison gerüstet: Der Nationalpark-Rad- und Wanderzug bringt Tagesausflügler und Radwanderer bis zum Bahnhof Krimml. „Durch den Wiederaufbau der Strecke ist jetzt – nach sechs Jahren – die Radmitnahme im Zug bis Krimml wieder problemlos möglich, so Mag. Erich Czerny. „Die Lokalbahn leistet einen wichtigen Beitrag zur Wiederbelebung des Radtourismus.“ Der Nationalparkzug fährt an Samstagen, Sonn- und Feiertagen um 9:00 Uhr ab Zell am See bis Bahnhof Krimml. Die Räder werden je nach Andrang in ein oder zwei Radwagons befördert. Auch der Weitertransport der Räder bis Krimml Wasserfälle per Postbus ist problemlos möglich. Bis zu 100 Räder waren es pro Wochenende im letzten Jahr.

Nachtschwärmer können sich 2011 wieder auf eine sichere Heimfahrt verlassen: Nach den beliebten Zeller Stadtfesten (jeden Mi im Juli und August) und den beiden Seefesten in Zell (16. Jul + 6. Aug.) sorgen die Nachtzüge der SLB Pinzgauer Lokalbahn für die bequeme und sichere Heimreise.

Bürgermeister Franz Nill: „Neue Haltestelle für Uttendorf ab Herbst“
Auf der Bestandsstrecke wird heuer noch die Linienbegradigung Manlitzbach in der Gemeinde Uttendorf durchgeführt. Dabei wird eine Langsamfahrstelle mit drei 95 Meter-Radius Bögen (35 km/h) begradigt. Die Baustelle ist rund einen Kilometer lang und muss während des Planbetriebs abgewickelt werden. Ein Schienenersatzverkehr muss nur für zwei Wochen zwischen Niedernsill und Mittersill eingerichtet werden (16. – 30.8.2011). In diesem Bauabschnitt wird die neue Haltestelle „Uttendorf Manlitzbrücke“ gebaut, die zu Schulbeginn im Herbst in Betrieb geht. Uttendorfs Bürgermeister Franz Nill freut sich für die zahlreichen Pendler und Schüler: „Uttendorf ist ein sehr langgestreckter Ort, der derzeit nur über einen Bahnhof verfügt.“

Bei der projektierten Haltestelle „Uggl-Schwarzenbach“ muss die Finanzierung noch geklärt werden. Eine weitere Haltestelle ist in der Nachbargemeinde Stuhlfelden im Gespräch. Für 2012 ist die Linienbegradigung Walchen geplant. Hier soll dann ein neuer Kreuzungsbahnhof den Planverkehr erleichtern.

Gunter Mackinger, Direktor der Salzburger Lokalbahn: „Land und Bund finanzierten 1,4 Mio Euro für die Remise Tischlerhäusl“
Der Umbau des Heizhauses Tischlerhäusl war notwendig, da Halle und Arbeitsbedingungen nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen. Es waren nicht genügend Abstellfläche für die Fahrzeuge unter Dach vorhanden, außerdem fehlte Platz für eine Werkstätte. Für die Sanierung stellten Bund und Land Salzburg 1,4 Mio Euro zur Verfügung. 108 Pfähle bilden das Rückgrat der neuen Halle. Die Pfähle wurden 15 Meter tief in den Boden gebohrt. Dadurch verfügt der Standort jetzt über komplett neue Elektroinstallationen, eine umweltfreundliche Gasheizung sowie einen neuen Dieseltank für die Betankung der Fahrzeuge. „Vor einem Jahr haben wir mit den umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen. In zwei Wochen wird der Umbau komplett abgeschlossen sein“, berichtet Gunter Mackinger. „Durch den Zubau haben wir zusätzlich 180 m (Gleislänge) mehr überdachte Abstellfläche und zwei zusätzliche Hallenabstellgleise zur Verfügung.“ Für die Mitarbeiter werden die neue Werkstatt und der neue Kran die wichtigsten Arbeitserleichterungen sein. Durch die Neuerungen wurden auch am Standort Zell am See ein Drehgestellwechsel oder ein Motorentausch in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit möglich. Im Zuge des Umbaus wurden auch neue Büro- und Schulungsräumlichkeiten geschaffen. Das gesamte Gebäude wurde einer thermischen Sanierung unterzogen und trägt zu einer wesentlichen Reduzierung der Heizkosten bei. Zur Freude der Anrainer wurde besonders auf Lärmschutz geachtet. Die Fahrdienstleitung wurde im Zuge der Installation der neuen Sicherungsanlage ebenfalls zeitgemäß umgebaut.

Laufende Verbesserung von Eisenbahnkreuzungen
Die SLB Pinzgauer Lokalbahn verfügt über 108 Eisenbahnkreuzungen. „Vielen Menschen ist die besondere Gefahrensituation an Eisenbahnkreuzungen leider nach wie vor nicht bewusst“, so Gunter Mackinger dazu. 10 Prozent der Kreuzungen entlang der Strecke sind technisch gesichert, d. h. entweder mit Lichtzeichenanlagen oder mit Schranken versehen. „Wir werden in den nächsten Jahren höchstens eine Eisenbahnkreuzung pro Jahr technisch sichern können. Nicht öffentliche Übergänge werden mit Sperrschranken ausgestattet“, so Mackinger. „Trotz der Verbesserungen ersuchen wir alle Verkehrsteilnehmer, sich nicht allein auf die technischen Anlagen zu verlassen. Schauen und Hören sind sowohl beim Annähern an die Kreuzung, unmittelbar vor der Kreuzung und beim Überqueren ganz wichtig.“

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