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Vossloh entwickelt neue Schienenbefestigungen

Werdohl, 18.05.09 (BA)
VosslohVossloh Fastening Systems hat mit dem System 306 ein Schienenbefestigungssystem für Feste Fahrbahnen ohne Betonschulter entwickelt. Es leitet die Seitenkräfte über neuartige Stützwinkel ab, eignet sich für den Einsatz bei Extrem-Temperaturen von unter -40 Grad Celsius und bietet wie das System 300 für Feste Fahrbahnen mit Betonschulter eine hohe Wirtschaftlichkeit in Produktion und Wartung. „Mit dem System 306 können wir uns zukünftig an allen Ausschreibungen für Hochgeschwindigkeitsstrecken mit unterschiedlichen Schienen-befestigungssystemen beteiligen“, sagt Dr. Hans-Peter Mertens, Geschäftsführer der Vossloh Fastening Systems GmbH in Werdohl. „Außerdem lässt sich das System 306 auch für Anwendungsbereiche wie den Nachverkehr nutzen.“

Schienenbefestigungen für Feste Fahrbahnen ohne Betonschulter hat bislang einzig Japan in größerem Umfang verbaut. Nun wird dieser Bautyp auch im Nordosten Chinas auf der Strecke zwischen den Städten Harbin und Dalian getestet. Das System 306 von Vossloh Fastening Systems liegt dabei im Gleis. Zuvor war es vom Lehrstuhl und Prüfamt für Verkehrswegebau der TU München nach DIN EN 13481-5: 2003 „Leistungsanforderungen für Schienenbefestigungen – Schienenbefestigungssysteme für Feste Fahrbahnen“ geprüft worden.

Beim System 306 wird die fehlende Betonschulter durch Stützwinkel aus Polyamid mit 30 Prozent Glasfaser kompensiert. Die Stützwinkel werden durch jeweils zwei Schwellenschrauben in der Fahrbahnplatte befestigt. Damit unterstützen die Schwellenschrauben die Abtragung der Seitenkräfte und sichern die Stützwinkel gegen Verdrehen. Den zusätzlichen Materialaufwand, den die Stützwinkel und die Schwellenschrauben verursachen, hat Vossloh durch ein konsequentes „Design to Cost“ ausgeglichen. Die hohe Wirtschaftlichkeit der Vossloh Schienenbefestigungen wurde damit auch beim System 306 verwirklicht. „Das gilt ebenso für die Wartung des Systems und seiner Komponenten.“, erläutert Winfried Bösterling, Abteilungsleiter Systemtechnik. „Die Spannklemme SKL 20 bietet eine hohe Dauerfestigkeit, so dass sie bei einer Schwingweite von 2,5 Millimetern fünf Millionen Lastwechsel unbeschadet übersteht.“

Die hochelastische Zwischenplatte des Systems 306 wiederum hält ihre geringe Versteifung selbst bei einem Absinken der Temperatur auf unter -40° Celsius bei. Damit können die hohen dynamischen Kräfte, die bei einer Zugüberfahrt auftreten, auch bei klirrender Kälte auf den Unterbau verteilt werden. Zu diesem Zweck wurde die chemische Zusammensetzung der hochelastischen Zwischenplatte des Systems 300 geringfügig verändert. Schließlich erlaubt das System 306 eine Spurregulierung von zehn Millimetern, ohne dass dafür zusätzliche Komponenten zum Einsatz kommen. Dazu wurden doppelt verzahnte Spurplättchen aus Polyamid mit 30 Prozent Glasfaser entwickelt, die von den Schraubköpfen jeweils auf den Stützwinkel gedrückt werden. Bei gelöster Schraube erlauben die Spurplättchen, den Stützwinkel und die Winkelführungsplatte millimeterweise frei zu verschieben, um Spurabweichungen auszugleichen. Bei angezogener Schraube hingegen fixieren sie die Spurplättchen und den Stützwinkel fest auf dem Untergrund.

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