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„Zug der Erinnerung“ macht Station in Magdeburg

Ausstellung zu Schicksalen von Kindern in der NS-Zeit
Magdeburg, 15.11.2009 (BA)

Vom 16. bis 18. November 2009 macht der „Zug der Erinnerung“ Station auf dem Magdeburger Hauptbahnhof. Er steht auf dem Bahnsteig 4 und erinnert mit einer Ausstellung an die Deportation von Kindern und Jugendlichen durch die Nationalsozialisten. Dabei werden auch Schicksale Magdeburger Kinder dargestellt.

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat die Schirmherrschaft über die Präsentation der Ausstellung in Magdeburg übernommen und wird den Zug er Erinnerung am 16. November um 11.00 Uhr auf dem Hauptbahnhof offiziell begrüßen. „Was es bedeutet, in einer Diktatur leben zu müssen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Überzeugungen oder weil sie nicht der herrschenden Ideologie entsprechen, nicht nur zu Außenseitern macht, sondern sie vernichten will, wird immer am individuellen Schicksal besonders eindrücklich nachvollziehbar. Wenn die Verfolgung und Ermordung von Kindern – die eigentlich den besonderen Schutz der Gesellschaft brauchen – dargestellt wird, zeigt sich die ganze Dimension eines verbrecherischen Systems“, so OB Trümper zur Ausstellung im Zug der Erinnerung. „Für uns Nachgeborene muss dies einmal mehr Mahnung sein, wachsam zu sein und jeder Form von Fremdenhass und Demokratiefeindlichkeit deutlich die ‚Rote Karte’ zu zeigen.“

Anhand von individuellen Beispielen zeigt die Ausstellung im Zug der Erinnerung das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie zum Opfer fielen. Die Initiative „Zug der Erinnerung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Kinder und Jugendlichen aus der Anonymität herauszulösen.

Seit 2007 präsentiert das Projekt bundesweit seine Ausstellung in verschiedenen Bahnhöfen. Die europäische Dimension der Deportationen sowie die Rolle der Reichsbahn werden dabei beispielhaft in Biographien nacherzählt. Man sieht Familienfotos, liest die letzten Briefe der Ermordeten – die Ausstellung berührt und macht nachdenklich.

Ein Ziel des Ausstellungskonzeptes ist die lokale Spurensuche von interessierten Jugendlichen. In Magdeburg haben sich Schüler der IGS „Willy Brandt“ im Vorfeld der Ausstellung auf Spurensuche begeben und mit Unterstützung des Stadtarchivs und des Vereins Miteinander e.V. Schicksale Magdeburger Kinder und Jugendlicher erforscht.

Sie werden eine Stadtführung über die „Geschichte Magdeburger Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus“ entwickeln. Die Ergebnisse ihrer Recherchen werden im letzten Teil der Ausstellung öffentlich präsentiert.

Zeitgleich zur Ausstellung gibt es in Magdeburg ein umfangreiches Begleitprogramm, das durch den Verein Miteinander e.V. koordiniert wird. Geplant sind Vorträge, Filme und Zeitzeugengespräche. Die Veranstaltungsreihe begann bereits am 2. November 2009 in der Stadtbibliothek mit der Eröffnung der Wanderausstellung „Karl Plagge – ein Gerechter unter den Völkern“. die Ausstellung kann noch bis zum 30. November besichtigt werden.

Am 17. November 2009 spricht Hans Rüdiger Minow vom Verein „Zug der Erinnerung e.V.“ um 19.00 Uhr im Alten Rathaus zum Thema „Beihilfe zum Massenmord. Die Rolle der Reichsbahn bei den NS-Großverbrechen – und die Nachkriegsfolgen“.

Vom 16. bis 18. November 2009 präsentiert das Stadtarchiv in seinem Lesesaal Archivalien aus seinen Beständen, die Dokumente und Hintergrundinformationen zum Thema zeigen. Die Präsentation kann von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden, Schulklassen werden um vorherige Anmeldung (540 2727) gebeten.

Weitere Informationen zum Begleitprogramm und Anmeldungen für die Ausstellung im Koordinierungsbüro:

  • Miteinander e.V.
    Erich-Weinert-Str. 30
    39104 Magdeburg
    Projekt „Zug der Erinnerung“ in Magdeburg
    0391 620 77 3
    net.gs@miteinander-ev.de

Das Begleitprogramm:

  • 16. November 2009, 11.00 Uhr
    Eröffnungsveranstaltung anlässlich der Ankunft des „Zuges der Erinnerung“ mit musikalischer Begleitung und Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper
    Hauptbahnhof Magdeburg
  • 17. November 2009, 16.30 Uhr
    Filmvorführung anlässlich des „Zug der Erinnerung“ Zeitzeugendokumentation des AJZ Dessau
    für Schulklassen (Anmeldung erforderlich unter: 0391 540 48 16)
    Stadtbibliothek Magdeburg
  • 17. November 2009, 19.00 Uhr
    Vortragsabend: „Beihilfe zum Massenmord. Die Rolle der Reichsbahn bei den NS-Großverbrechen – und die Nachkriegsfolgen“.
    Referent: Hans Rüdiger Minow (Zug der Erinnerung e.V.)
    Altes Rathaus Magdeburg, Franckesaal
  • 23. November 2009, 9.00 Uhr
    Öffentliche Stolpersteinverlegung
    Knochenhauerufer/ Ecke Johannisberg
    Im Gedenken an Familie Pressler
  • 02. bis 30. November 2009
    Wanderausstellung: „Karl Plagge – ein Gerechter unter den Völkern“
    Stadtbibliothek Magdeburg

Die Präsentation des Zuges der Erinnerung in Magdeburg ist ein Gemeinschaftsprojekt von:

  • Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.
  • Amadeu Antonio Stiftung
  • Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.
  • DGB Sachsen-Anhalt
  • Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V.
  • Kulturhistorisches Museum Magdeburg
  • Landeshauptstadt Magdeburg – Stadtarchiv
  • Forum Gestaltung Magdeburg

Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Landeshauptstadt Magdeburg
  • Kaiser Otto-Stiftung Magdeburg
  • Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V.
  • Solifonds der Landtagsfraktion DIE LINKE
  • Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt

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