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S-Bahn-Helfer erreichen trotz Fahrgastrekord weiterhin kürzere Haltezeiten

127,8 Millionen Fahrgäste 2017 – über sieben Millionen mehr Fahrgäste bei S-Bahn Stuttgart • S-Bahn-Helfer reduzieren Überschreitungen der Haltezeiten am Hauptbahnhof um etwa 20 Prozent • mehr Personal und ausgeweitete Einsatzzeiten

S-Bahn-Helfer erreichen weiterhin kürzere Haltezeiten

Stuttgart, 16.04.2018 (BA/gm)
127,8 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr mit der S-Bahn Stuttgart gefahren, über sieben Millionen mehr als in den Vorjahren. Neuer Fahrgastrekord! „Wir freuen uns über die neue Rekordmarke. An Werktagen ist die Anzahl der Fahrgäste um rund fünf Prozent auf 420.000 gestiegen und das stellt uns bei der Betriebsqualität vor immer größere Herausforderungen“, sagt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart.

Hintergrund:
Die vorhandene Infrastruktur der S-Bahn Stuttgart ist an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Auf der sogenannten Stammstrecke zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Schwabstraße, auf der alle sechs Linien fahren, sind auch in der Hauptverkehrszeit nicht mehr als die heute 24 Züge pro Stunde und Richtung möglich. Das bedeutet eine minimale Zugfolge von 2,5 Minuten und damit auch nur eine begrenzte Zeit für das Ein- und Aussteigen. Bei der engen Taktung führt jede Zeitüberschreitung beim Halt einer S-Bahn zu Folgeverspätungen, die wiederum weitere S-Bahnen beeinträchtigen. 

Stuttgart Vorreiter bei S-Bahn-Helfern
Um kürzere Haltezeiten der S-Bahnen an der Station Stuttgart Hauptbahnhof (tief) zu erreichen, plant die S-Bahn Stuttgart mit verschiedenen Maßnahmen. So gibt es dort Monitore, über die die Triebfahrzeugführer das Aus- und Einsteigen beobachten und die Türen des Zuges zentral schließen können.

Für die Fahrgäste deutlich wahrnehmbarer setzt die S-Bahn seit Dezember 2013 in der Rush-Hour die sogenannten S-Bahn-Helfer zur Reisendenlenkung ein. Die S-Bahn-Helfer sollen darauf einwirken, dass sich die Türen der Züge rechtzeitig zur Abfahrt schließen. Ihre Aufgabe ist es, die Fahrgäste möglichst gleichmäßig am Bahnsteig zu verteilen, damit alle Türen zum Einsteigen genutzt werden und sich keine unübersichtlichen Menschenknäuel an den Einstiegsbereichen bilden. Darüber hinaus sollen sie das „Nachtröpfeln“ einzelner Reisender verhindern, die immer wieder das Schließen der Türen unterbrechen und so die Abfahrt der Züge verzögern.

Der Halt am Hauptbahnhof ist im Netz der S-Bahn die am stärksten frequentierte Station. Rund 150.000 Ein- und Aussteiger wurden dort im letzten Jahr im Schnitt pro Tag gezählt. Die Hälfte davon ist in den Hauptverkehrszeiten unterwegs. Um die Wirkung der S-Bahn-Helfer zu erhöhen, werden seit Sommer 2017 in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit, wenn der Verkehrsstrom aus Stuttgart abfließt, sechs zusätzliche Helfer eingesetzt. Damit können die Einsteigevorgänge an deutlich mehr Türen beschleunigt werden. Zeitgleich wurde die Einsatzzeit an Freitagen ausgeweitet, weil der Abreiseverkehr vor den Wochenenden schon früher beginnt.

„Wir hatten 2017 etwa 20.000 Reisende pro Werktag mehr. Dennoch gab es ein Fünftel weniger Haltezeitüberschreitungen als 2013 vor Einführung der Maßnahme“, zeigt sich Rothenstein mit dem Ergebnis weiter zufrieden. „Beim komplexen Bahnbetrieb wirkt keine Maßnahme für sich allein, sondern Effekte müssen sich gegenseitig fördern. Wir planen deshalb noch, sogenannte Haltezeitcounter einzusetzen, die unseren Lokführern anzeigen, wann die planmäßige Haltezeit abgelaufen ist und der Fahrplan Gefahr läuft, instabil zu werden “, ergänzt der Stuttgarter S-Bahn-Chef und bittet die Fahrgäste weiterhin um Unterstützung, durch schnelles Ein- und Aussteigen zur Pünktlichkeit beizutragen.

Der Einsatz der S-Bahn-Helfer hat sich in einem Umfang bewährt, dass zwischenzeitlich auch die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet, Hamburg und München auf die Einstiegslotsen zurückreifen.

Zusammenarbeit mit Studitemps
In Studitemps hat die S-Bahn Stuttgart seit Mitte 2017 einen Partner gefunden, mit dem die Deutsche Bahn bereits an verschiedenen Standorten und in verschiedenen Projekten zusammenarbeitet. Studitemps ist Spezialist für die Überlassung von Studenten sowie die Vermittlung von Absolventen und Young Professionals. „Die Zusammenarbeit mit der S-Bahn Stuttgart ist ein Gewinn für alle Seiten. Die Studenten haben einen spannenden Nebenjob, der sich gut mit dem Studium in Einklang bringen lässt, während die Bahn von der hohen Motivation, den Sprachkenntnissen und der großen Servicebereitschaft der Studenten profitiert“, sagt Patrick Schumacher, Key Account Manager bei Studitemps.

Die S-Bahn-Helfer in Stuttgart in Kürze:

  • Fahrgäste S-Bahn Stuttgart 2017: 127,8 Millionen (rund 420.000 an Werktagen)
  • Anzahl Ein- und Aussteiger in Station Hauptbahnhof (tief) 2017: rund 150.000 im Schnitt pro Tag, 50 Prozent davon in Rush-Hour
  • Start der Maßnahme: Dezember 2013
  • Einsatzzeiten in der Rush-Hour montags bis freitags: 6.45 Uhr – 9.45 Uhr und 15.15 Uhr – 18.15 Uhr (freitags ab 13.15 Uhr)
  • Anzahl Mitarbeiter: im Verkehrsfluss nach Stuttgart morgens sechs, im Verkehrsfluss aus Stuttgart nachmittags bis zu 12

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