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2. S-Bahn-Tunnel München: PRO BAHN fordert Bau-Moratorium nach Fehlplanung

München, 20.05.2018 (BA/gm)
Angesichts des nun bekannt gewordenen Scheiterns der ursprünglichen Pläne für die Station Hauptbahnhof des zweiten S-Bahn-Tunnels fordert der Fahrgastverband PRO BAHN, Schwierigkeiten, Kosten und Nutzen verlässlich zu ermitteln und neu zu bewerten. „Dass man vom zweiten Tunnel aus direkt zum Stachus kommt, war immer Teil der positiven Bewertung von Politik und Öffentlichkeit“ so Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Wenn jetzt Stück für Stück der Nutzen entfällt und die Kosten steigen, dann muss man sich schon die Sinnfrage stellen, so der PRO BAHN-Sprecher. Hier erwartet der Verband auch mehr Ehrlichkeit von der Deutschen Bahn: „Eine Planungsänderung schon 2017 einzureichen, aber die Öffentlichkeit nicht zu informieren, ist vorsichtig formuliert keine vertrauensbildende Maßnahme.“ 

Wichtig wäre jetzt: Die potentiellen Problemstellen der Planung zu identifizieren und die dafür entstehenden Mehrkosten sowie den reduzierten Nutzen verbindlich zu ermitteln. Erst danach kann eine echte Entscheidung erfolgen. Bis dahin fordert PRO BAHN, keine weiteren Mittel in den Tunnel zu versenken. „Sonst droht uns eine Situation wie in Stuttgart, wo die Deutsche Bahn mittlerweile zugeben muss, den richtigen Moment für den Ausstieg schon mehrfach verpasst zu haben, und eine Kostenexplosion ohne Ende droht“ prognostiziert Andreas Barth. Genau untersucht sollte auch der schlechtere Fahrgastfluss, wenn die Ausgänge aus der Bahnsteigmitte ans östliche Ende rücken und ein zweiter Ausgang Richtung Stachus ganz entfällt. Der Zeitbedarf für den Weg an die Oberfläche erhöht sich für die meisten Fahrgäste. Ebenso sind die Umsteigewege zu den vorhandenen und geplanten U-Bahn-Linien am Hauptbahnhof negativ betroffen im Vergleich zur ursprünglichen Planung.

Gleichzeitig fordert PRO BAHN, endlich sinnvolle Sofortmaßnahmen für die Pünktlichkeit anzugehen. „Ob eingleisiger Abschnitt in Pasing, fehlender Ausbau der Sendlinger Spange, Mischverkehr mit überlasteten Regionalstrecken und vieles weitere, die Mängelliste bei der S-Bahn ist lang und bekannt, und harrt darauf, dass sie endlich abgearbeitet wird.“ kritisiert Andreas Barth die Passivität der bayerischen Staatsregierung und von DB Netz.

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