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Unwetter und Kaltfront: Mit Helikopter und Handarbeit

Zwischenbilanz nach fünf Tagen: Metropolen wieder angebunden • schrittweise Verbesserungen im Regionalverkehr • Minustemperaturen erschweren Arbeiten

Mit Helikopter und Handarbeit

Berlin, 11.02.2021 (BA/gm)
Fünf Tage nach den extremen Unwettern über weiten Teilen Deutschlands normalisiert sich der Bahnverkehr weiter. Seit dem Wochenende arbeiten tausende DB-Mitarbeiter rund um die Uhr, um den Fahrgästen wieder einen verlässlichen und stabilen Bahnverkehr anzubieten. Schrittweise konnten in den letzten Tagen die Metropolen wieder angefahren werden und in vielen Orten der Regionalverkehr langsam starten.

Über 22.000 Mal rückten die Schneeräumkräfte aus, um Bahnhöfe schnee- und eisfrei zu machen. Rund 95 Prozent des Streckennetzes sind wieder befahrbar – allerdings häufig mit Einschränkungen und teils hohen Verspätungen. Da wo es noch nicht läuft, erschweren Schnee, vereiste Oberleitungen und Temperaturen bis zu minus 26 Grad Celsius auch in den nächsten Tagen den Räum- und Reparaturtrupps die Arbeit. Aktuell kommt es regional noch zu großen Einschränkungen im Harz-Weser-Netz und in Thüringen. 

Wo Einsatzkräfte der Deutschen Bahn mit Handarbeit und schwerem Räumgerät nicht mehr weiterkommen, sichten die Fachleute die Lage aus der Luft. Per Helikopter sind Experten entlang der Bahnstrecke zwischen Halle und Erfurt unterwegs.

Das Wetter traf die DB am vergangenen Wochenende nicht unvorbereitet. Arbeitsstäbe tagten, Schneeräumtrupps standen bereit und Räumfahrzeuge wurden in die betroffenen Gebiete abgezogen. Die Prognosen und Warnungen des Deutschen Wetterdienste (DWD) flossen ständig in die Lagebewertungen ein. Die Wucht von Schnee, Wind und Eis sorgte dann, wie vielerorts, auch bei der Bahn für starke Einschränkungen in den betroffenen Gebieten.

Oberstes Ziel während des Unwetters: die Sicherheit von Fahrgästen und Mitarbeitenden. Hierfür hat die DB frühzeitig und auf Grundlage der Wetterprognosen des DWD ihr Verkehrsangebot angepasst. Der Zugverkehr wurde vor allem dort, wo höchste Warnstufen galten, gezielt reduziert, um Stausituationen auch im Schienenverkehr zu vermeiden. Das Konzept der DB-Krisenmanager ging auf: Es mussten zu keinem Zeitpunkt Fahrgäste auf offener Strecke aus Fernverkehrs- oder Regionalzügen evakuiert werden.

Auch in den Bahnhöfen wurde schnell reagiert und in der Spitze mit 14 Aufenthaltszügen Aufwärmmöglichkeiten für Reisende geschaffen. Hotelkapazitäten standen für Fahrgäste ebenfalls zur Verfügung. Dafür wurden bis heute rund 2.000 Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben. Wer konnte, wurde gebeten, seine Reise nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten.

Die Bahnkunden zeigen in dieser auch für die DB-Mitarbeitenden doppelt schwierigen Belastungssituation aus Corona-Lockdown und Extremwinter großes Verständnis und verschoben ihre Zugfahrt. Wer Fragen zur aktuellen Lage hatte oder Hilfe bei Umbuchung und Stornierung benötigte, rief die Sonderhotline der DB an. Über 90.000 Gespräche führten die Mitarbeitenden dort seit Samstag rund um die Uhr.

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