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Nach dem Schneeunwetter: Räumarbeiten gehen voran, Bahnbetrieb verbessert sich

Mehr als 1.500 Räumkräfte und schwere Technik im Einsatz • Zugverkehr dennoch auf vielen Linien im Großraum München weiterhin mit Einschränkungen • Zahl der Räumfahrzeuge aufgestockt • Fahrgäste sollen weiterhin auf nicht notwendige Fahrten von und nach München verzichten

München. 05.12.2023 (BA/gm)
Nach den massiven Schneefällen am vergangenen Wochenende in Südbayern arbeitet die Deutsche Bahn (DB) weiterhin mit Hochdruck daran, alle betroffenen Strecken zu räumen. Ebenso wie im Luft- und Straßenverkehr kommt es bei der Bahn jedoch nach wie vor zu Einschränkungen. Der Knoten München als einer der verkehrsreichsten bundesweit ist besonders betroffen. 1.500 Mitarbeitende der DB sind unermüdlich im Einsatz. Ab heute werden weitere Strecken wieder für den Bahnverkehr freigegeben.

So konnte die S-Bahn München auf weiteren Außenästen wieder den Betrieb aufnehmen. Im Laufe des Tages werden zudem andere wichtige Verbindungen mit zunächst sehr wenigen Zügen wieder befahrbar sein, darunter die Strecke München–Rosenheim–Salzburg/Kufstein, über die auch die internationalen Verkehre nach Österreich und Italien laufen. Die Zahl der Räumfahrzeuge wurde seit Beginn des Wintereinbruchs aufgestockt. Über 20 große Maschinen sind mittlerweile in der Region unterwegs, darunter auch besonders leistungsfähige Schneeschleudern, die aus Hessen und Baden-Württemberg nach Bayern verlegt wurden. Fachleute prüfen zudem, ob die Zahl der Räumfahrzeuge mit Unterstützung aus anderen Regionen noch weiter erhöht werden kann. Das anhaltende Winterwetter mit weiteren Schneefällen und zum Teil Eisregen erschwert die Räumarbeiten jedoch zusätzlich. 

Im Fernverkehr sind am heutigen Dienstag bundesweit trotz der in Deutschland vielerorts angespannten Witterungsverhältnisse neun von zehn Fernverkehrszügen auf der Schiene unterwegs. Von und nach München fahren jedoch nur wenige Züge. Hier erwartet die DB im Laufe des Tages weitere Verbesserungen, zum Beispiel in Richtung Salzburg/Wien sowie Stuttgart und Nürnberg. Die DB bittet weiterhin Reisende, nicht dringend notwendige Reisen von und nach München auf den Zeitraum ab dem 6. Dezember zu verschieben und sich vorab auf bahn.de sowie im DB Navigator über ihre Verbindungen zu informieren. Da die am Dienstag verkehrenden Züge stark ausgelastet sind, empfehlen wir bei nicht verschiebbaren Reisen im Fernverkehr dringend eine Sitzplatzreservierung.

Bei der S-Bahn München konnte der Verkehr auf weiteren Abschnitten in den Außenbereichen wieder aufgenommen werden. Vor allem auf Außenästen im östlichen Bereich des S-Bahn-Netztes sind nun wieder Züge unterwegs. Mit der S3 fährt zudem die erste Linie wieder auf dem gesamten Linienweg. Laufend aktualisierte Informationen finden Reisende hier.

Im Regionalverkehr der DB in Bayern kommt es weiter zu großen Einschränkungen. So ist im Werdenfelsnetz auch am heutigen Dienstag noch kein Verkehr möglich. Rund um Landshut sowie im Allgäu sind mittlerweile die ersten Linien unterwegs. Jederzeit aktualisierte Informationen finden Reisende unter regional.bahn.de/regionen/bayern/fahrplan/aktuelle_betriebslage

Die Folgen des ungewöhnlich starken Wintereinbruchs sind nicht nur im Straßen- und Flugverkehr eine Herausforderung, sondern insbesondere auch für die Eisenbahn als Verkehrsträger. Immer wieder stürzen Bäume unter der Last von Eis und Schnee auf Gleise und Oberleitungen. Gleichzeitig überzieht gefrierender Niederschlag die Oberleitungen zum Teil mit fingerdicken Eispanzern, so dass sie keinen Strom mehr übertragen können oder durch die Last herabfallen. Neben den Gleisen müssen auch die parallel verlaufenden Rettungswege geräumt werden, bevor Züge wieder fahren dürfen.

Der Wintereinbruch betrifft zudem die Fahrzeuge der DB, Mitarbeitende müssen die ICE, Regio- und S-Bahn-Züge buchstäblich auftauen. Wenn die Züge von Schnee und Eis befreit sind, müssen sie auf Schäden an der Wasser- und Stromversorgung überprüft werden. Dies macht für viele Fahrzeuge zusätzliche Werkstattaufenthalte erforderlich. Die Behebung größerer frostbedingter Schäden an Fahrzeugen ist aufwendig und kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Inzwischen sind die meisten Schichten in den Instandhaltungswerken, Abstellanlagen und Stellwerken wieder besetzt. Am Wochenende konnten Beschäftigte, die außerhalb der Innenstädte wohnen, wegen der angespannten Verkehrslage auf den Straßen teilweise nur zu Fuß zur Arbeit kommen.

Das Schienennetz in Bayern ist fast 10.000 Kilometer lang. Hubschrauber erkunden die Lage, damit Einsatzkräfte und Räumfahrzeuge gezielt Schnee und Eis beseitigen können.

Alle Fahrgäste, die ihre vom 2.12.2023 bis einschließlich 5.12.2023 in Süddeutschland geplante Reise aufgrund des Wintereinbruchs in Süddeutschland verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden.

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