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Grundwassermanagement für Stuttgart 21 sichert Mineralquellen

Stuttgarter Mineralquellen durch umfangreiches Mess- und Überwachungssystem gesichert – zahlreiche Auflagen aus den Planfeststellungsbeschlüssen

Stuttgart, 14.07.2010 (BA)
Die Deutsche Bahn AG beginnt rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof in den nächsten Wochen gemäß ihrer Bauablaufplanung mit den Arbeiten zum Aufbau der Anlagen für das Grundwassermanagement. Mit dem Grundwassermanagementsystem können alle relevanten Daten und etwaige Veränderungen erfasst und ständig überwacht werden. In den letzten zwölf Monaten wurden bei rund 90 Messstellen in Stuttgart Kontrollwerte als Warn- bzw. Einstellwerte ermittelt. Kommt es während der Bauzeit zu einer Veränderung dieser Werte, können nun mit Hilfe des Grundwassermanagements umgehend und gezielt Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Deshalb installiert die Bahn mit diesem aufwändigen Mess- und Überwachungssystem jetzt ein rund 17 Kilometer langes Netz von oberirdisch verlegten Wasserleitungen, in dem Grundwasser abgepumpt, gereinigt und wieder in den Grundwasserkreislauf infiltriert wird. Beauftragt mit dem Aufbau und der Durchführung des Grundwassermanagements einschließlich Aufbau und Betrieb der Anlagen ist die Fa. Hölscher aus Essen.

Wolfgang Drexler MdL und Sprecher des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm: „Ich verstehe die Besorgnis vieler Menschen, aber die von den Kritikern dargestellten Horrorszenarien sind sicher nicht zutreffend, die Mineralquellen beispielsweise im Mineralbad Berg oder im Leuze sind definitiv nicht gefährdet“. Drexler weiter: „Die Fakten sind klar, an keiner Stelle liegt die Baustelle von Stuttgart 21 im Mineralwasserhorizont. Und die in den siebziger Jahren gebaute S-Bahn oder die Stadtbahn liegen tiefer, auch diese Baustellen haben die Mineralquellen nicht geschädigt.“

Bei der Planung und beim Bau von Stuttgart 21 steht der Schutz des Grundwassers und des Mineralwassers im besonderen Focus sowohl der Öffentlichkeit als auch der Genehmigungsbehörden. Regelungen zur Wasserwirtschaft stellen einen wesentlichen Teil der Genehmigungs- und Überwachungsregelungen dar. Ein spezieller Arbeitskreis hat sich unter Beteiligung der maßgeblichen Fachleute über Jahre intensiv mit dem Thema Wasserwirtschaft befasst. Mit zahlreichen Bohrungen und geo-hydraulischen Versuchen wurden die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse analysiert. Daraus wurden Erkenntnisse über die in den einzelnen Schichten miteinander kommunizierenden Wasserströmungen gewonnen. Weitere unabhängige Untersuchungen bestätigten die Ergebnisse, so dass verlässliche Aussagen zu den Mineralwasservorkommen und möglichen Risiken vorliegen. Insbesondere bestehen umfangreiche Erfahrungen aus anderen Baumaßnahmen im Stuttgarter Talkessel. Auch die Bauweise des neuen Stuttgarter Durchgangsbahnhofes berücksichtigt die Grundwasserverhältnisse. Es wird dabei keine komplette Baugrube über die gesamte Länge von rund 800 Metern ausgehoben, sondern es wird in mehreren Teilbaugruben gebaut. Damit lassen sich die Auswirkungen auf das Grundwasser sowohl räumlich als auch zeitlich entzerren.

Mit den Vorgaben aus der Planfeststellung unter anderem zur Wasserentnahme oder zur Reinigungsqualität sind in den einzelnen Abschnitten verbindlich vorgeschriebene Werte und zahlreiche Auflagen einzuhalten. Die Planfeststellungsbeschlüsse stellen eindeutig fest, dass die vorgesehen Bestimmungen und Vorsorgemaßnahmen den Schutz des wertvollen Stuttgarter Mineralwassers sicherstellen. Wolfgang Drexler: „Die Anforderungen, die wir mit unseren Reinigungsanlagen für das Grundwasser zu erfüllen haben, liegen über dem Standard für Trinkwasserqualität“.

Die farblich in einem Blauton gestalteten Rohrleitungen haben einen Durchmesser zwischen zehn und zwanzig Zentimeter. Die Leitungsführung ist so geplant, dass damit die geringstmöglichen Beeinträchtigungen erfolgen. Im Bereich von Straßenüberführungen ist vorgesehen, die Leitungen in einer Höhe von 4,50 Metern zu verlegen. Die ersten Arbeiten zur Baustelleneinrichtung beginnen voraussichtlich Mitte August. Über die vorgesehen Einzelmaßnahmen werden betroffene Anwohner rechtzeitig zwei bis drei Wochen vor Ausführung der Bauarbeiten informiert.

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