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Diabolo – der nördliche Bahnanschluss von Brüssels Airport geht in Betrieb

Brüssel, 06.06.2009 (BA/gm)
BahnaktuellAm morgigen Donnerstag (07.06.2012) wird am Brüsseler Flughafen die Diabolo-Bahninfrastruktur in Anwesenheit von König Albert II eingeweiht. Am 10. Juni 2012 geht „Diabolo“ dann offiziell in Betrieb.

Das so genannte Diabolo-Projekt: Brüssel, das Zentrum Belgiens, ist einer der verkehrsreichsten Orte des Landes. Brüssel ist Kreuzungspunkt der Hochgeschwindigkeitslinien nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande. Außerdem tangieren zahlreiche Regionallinien die Stadt. Der im Nordosten Brüssels gelegene Flughafen war einer der ersten mit direktem Bahnanschluss. Bereits seit 1955 verbinden Vorortzüge den Flughafen mit den Bahnhöfen der Stadt Brüssel und schaffen somit Anschlüsse an die zahlreichen nationalen und internationalen Linien. Im Jahr 2000 wurde der Flughafen-Bahnhof komplett erneuert und durch eine unterirdische Station mit drei Bahnsteigen ersetzt, welche direkten Zugang zum Flughafen-Terminal erhielten.

BahnaktuellHauptanliegen des Diabolo-Projektes war es, den unterirdischen Kopfbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof auszubauen und diesen in der Nähe von Mechelen an die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Brüssel – Antwerpen – Amsterdam anzuschliessen. Dazu war es erforderlich, eine Start- und Landebahn und einige Rollbahnen mittels zwei Tunnelvortrieben von ca. 1,1 km Länge zu unterbohren. Weiterhin gibt es ca. 1,1 km Tunnel in Deckelbauweise und ca. 2,3 km in offener Bauweise. Ein weiterer Bestandteil des Diabolo-Projektes ist die sog. Nossegem-Kurve, welche den Flughafen bereits seit 2005 an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Brüssel – Lüttich (Liège) anschliesst. Die Bauarbeiten für das komplette Diabolo-Projekt werden voraussichtlich im Dezember 2012 abgeschlossen.

BahnaktuellDiabolo ist das erste belgische Infrastruktur-Projekt seiner Art, welches als ‚Public Private Partnership‘ finanziert wird. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 370 Millionen Euro, welches 290 Millionen Euro Baukosten beinhaltet. Infrabel, der staatseigene Infrastrukturbetreiber der belgischen Eisenbahn, wählte unter mehr als 25 potentiellen Investoren die HSH Nordbank und Babcock & Brown als private Partner aus. Zur Umsetzung des Projekts wurde die Northern Diabolo NV Zweckgesellschaft gegründet, welche nach Vergabe des Bauauftrages in den Besitz der HSH Nordbank und der Babcock & Brown überging.

Sobald die Verbindung fertiggestellt ist, erhält Infrabel für 35 Jahre die Nutzungsrechte an den Trassen. Im Gegenzug ist die Projektgesellschaft Northern Diabolo NV berechtigt, innerhalb dieses Zeitraumes eine Gebührenpauschale pro Fahrgast zu erheben. Im Jahr 2047 wird die Trasse komplett an Infrabel übergeben.

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